Ausschreibung wird frühestens 2018 erfolgen

Die Beschaffung eines Nachfolgemusters des jahrzehntelang in der Bundeswehr genutzten Transporthubschraubers CH-53G verschiebt sich nach hinten. Wie ein Sprecher des BMVg heute bestätigte, wird eine Ausschreibung für einen neuen schweren Transporthubschrauber nicht vor 2018 erfolgen. Derzeit werden seiner Aussage zufolge Lösungsvorschläge entwickelt. Eine Auswahlentscheidung des Generalinspekteurs der Bundeswehr sei für 2017 vorgesehen. Anfang des Jahres hieß es noch, eine Auswahlentscheidung solle bis Ende des laufenden Jahres erfolgen.

Nach Angaben des BMVg-Sprechers ist eine Ausschreibung erst möglich, wenn das Projekt im Bundeshaushalt abgebildet ist. Dies werde absehbar –  vorbehaltlich der parlamentarischen Zustimmung – im Jahr 2018 der Fall sein. Damit wird wie bei anderen Großprojekten der Bundeswehr – etwa dem Marineschiff MKS 180 – die finale Beschaffungsentscheidung nicht mehr in der laufenden Legislaturperiode fallen.

Wie der Sprecher weiter ausführte, ist jedoch weiterhin geplant, die CH-53G bis zum Ende der nächsten Dekade vollständig durch ein Nachfolgesystem abzulösen. Angaben der Luftwaffe von Jahresbeginn zufolge, sollte die Vertragsunterzeichnung 2018 erfolgen und der Zulauf der ersten Maschinen 2022 beginnen.

Die planerische Verschiebung dürfte dem Hubschrauberproduzenten Sikorsky entgegenkommen, da er seinen neuen Helikopter CH-53K noch serienreif machen muss. Neben dieser Maschine steht als Nachfolgemuster für die deutschen CH-53G nur noch die erprobte CH-47F von Boeing zur Wahl.

Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, formieren sich gegenwärtig mindestens drei Konsortien, die die Einführung der neuen Hubschrauber in die Luftwaffe begleiten und dauerhaft Wartung sowie Instandsetzung übernehmen wollen. Neben zwei Gruppen mit eher mittelgroßen Unternehmen soll auch ein Konsortium um den Luftfahrtkonzern Airbus dabei sein. Ob das BMVg dem Mittelstand den Vorzug gibt,  oder trotz der zahlreichen Probleme mit Airbus-Produkten wie dem A400M, Tiger und NH90 weiter auf den europäischen Luftfahrtkonzern setzt, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung wird sicherlich davon beeinflusst werden, wer in der kommenden Legislaturperiode das Verteidigungsministerium führt.
lah/5.12.2016