Der auf Automatisierung und Produktionsprozesse spezialisierte Dürr-Konzern möchte seinen Umsatz mit der Verteidigungsindustrie ausbauen. Man sei dabei zu untersuchen, wie das Geschäft erweitert werden könne, sagte ein Dürr-Sprecher auf Nachfrage von hartpunkt. Das Unternehmen habe bereits in der Vergangenheit Technik für das Lackieren von Militärflugzeugen bereitgestellt und kleinere Projekte mit der Verteidigungsindustrie laufen, so der Sprecher.
Um den wachsenden Markt der Rüstungsindustrie zu erkunden und potenziellen Kunden die eigenen Produkte vorzustellen, zeigt Dürr auf der im kommenden Monat in Paris startenden Messe Eurosatory Lösungen für Einzelanfertigung bis zur Serienproduktion für die Dimensionen Land, Luft und See.
Ziel sei es, Produktions-Know-how aus der zivilen Industrie zu transferieren, um die Hersteller von Verteidigungsgütern beim Ausbau der Automatisierung zu unterstützen und mit skalierbaren Prozessen ein Hochfahren der Produktionskapazitäten zu ermöglichen.
Der Dürr-Konzern zählt nach eigenen Angaben mit rund 18.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 4,2 Milliarden Euro zu den weltweit führenden Maschinen- und Anlagenbauern mit besonderer Kompetenz in den Technologiefeldern Automatisierung, Digitalisierung und Energieeffizienz. Mit einem Marktanteil von über 50 Prozent sei Dürr weltweit die Nummer Eins bei der Automobillackierung und könne ebenso Referenzen für Militär- und Panzerfahrzeuge sowie Flugzeugteile vorweisen. Als Generalunternehmer realisiert Dürr den Angaben zufolge Lackier- und Endmontageanlagen und berät bereits bei der Fabrikplanung. Auf dem Messestand werde ein Roboter einen Klebeprozess an einem Drohnenteil simulieren.
Bei der Herstellung und Optimierung von Triebwerken und Verteidigungsausrüstung für Land, See und Luft kommen laut Mitteilung bereits Auswuchtmaschinen, Schwerpunktwaagen, Schwingtische, Toolings und Messsysteme zur Bestimmung von Masseneigenschaften der Konzerntochter Schenck RoTec zum Einsatz. Für das Auswuchten von Strahltriebwerken seien höchste Messgenauigkeit und zuverlässige Ergebnisse entscheidend für Sicherheit und Leistung. Momentwaagen der neuesten Generation ermöglichen laut Dürr präzise Messungen von Masse und Moment, die den strengen Qualitäts- und Leistungsanforderungen des Verteidigungssektors gerecht werden. Hochpräzise Montagesysteme und End-of-Line-Prüfsysteme der Konzerntochter BBS Automation können laut Mitteilung Zuverlässigkeit und Effizienz in Fertigungsprozessen der Verteidigungsindustrie steigern.
IT-Systeme zur Überwachung und Steuerung von Produktionsequipment (SCADA) sowie übergeordnete Produktionsleitsysteme (MES/MOM/APS) sorgen den Angaben zufolge für Transparenz und eine vorgabenkonforme Fertigung. Bei einer lokalen Installation in einer isolierten IT-Infrastruktur behalten Unternehmen die vollständige Kontrolle über ihre Daten, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
Lars Hoffmann














