Airbus Defence and Space will der deutschen Luftwaffe bis 2029 ein einsatzfähiges System für unbemannte kollaborative Kampfflugzeuge (Collaborative Combat Aircraft; CCA) zur Verfügung zu stellen. In Manching bereitet das Unternehmen nach eigenen Angaben dazu die ersten beiden unbemannten Kampfflugzeuge des Typs XQ-58A Valkyrie, die es von seinem US-Partner Kratos Defense & Security Solutions erworben hat, für ihren Erstflug mit einem eigenständigen europäischen Missionssystem vor. Der Flug sei für später in diesem Jahr geplant, schreibt Airbus in einer Mitteilung. Die beiden Unternehmen bringen den Angaben zufolge ihre jeweiligen Kompetenzen ein, um das Airbus-CCA-System zu integrieren, missionsfähig zu machen und schließlich zu produzieren und auszuliefern.
Airbus rüstet die CCAs derzeit mit seinem eigenständigen europäischen Missionssystem aus, dem Multiplatform Autonomous Reconfigurable and Secure (MARS)-System. MARS enthalte zudem ein KI-gestütztes Software-Gehirn namens MindShare, das nicht nur den fehlenden Piloten ersetze, sondern auch in der Lage sei, ganze Missionsgruppen zu koordinieren, indem es auf viele bemannte und unbemannte Plattformen verteilt werde.
„Durch die Kombination der Kratos Valkyrie mit unserem MARS-Missionssystem bieten wir dem deutschen Kunden genau das, was Deutschland und Europa in der aktuellen geopolitischen Lage dringend benötigen: ein bewährtes unbemanntes Kampfflugzeug mit einem souveränen europäischen Missionssystem, das nicht zeitaufwändig und kostspielig von Grund auf neu entwickelt werden muss“, so Marco Gumbrecht, Leiter Key Account Germany bei Airbus Defence and Space. Es sei das Ziel seines Unternehmens, Kampffähigkeiten zum entscheidenden Zeitpunkt bereitzustellen und dabei wichtige Aspekte der nationalen Souveränität zu berücksichtigen. Gumbrecht geht davon aus, dass Airbus die Lösung zu einem erschwinglichen Preis anbieten kann.
Nach Aussage von Steve Fendley, Präsident der Kratos Unmanned Systems Division, kann die Valkyrie unabhängig, in Schwärmen von unbemannten Flugzeugen oder im Rahmen von Manned-Unmanned-Teaming-Operationen eingesetzt werden. Das Flugzeug könne aufgrund der Kosten auch in größeren Stückzahlen zum Einsatz kommen, so Fendley. Dem Vernehmen nach bietet Airbus das CCA im Rahmen eines Wettbewerbs des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw für eine Jagdbomberdrohne an, hartpunkt berichtete.
Wie Airbus weiter mitteilt, erweitern Airbus und Rafael den bereits für die Eurofighter-Flotte bestellten Litening 5 Advanced Targeting Pod um Konnektivitätsfunktionen, damit der Eurofighter als „Kommandoflugzeug“ mit plattformübergreifender Konnektivität für CCA fungieren kann. Zusammen mit kleineren Aktualisierungen der Avionik des Eurofighters sollen diese Verbesserungen die Kampfkraft des Luftwaffen-Jets im Einsatz deutlich erhöhen.
Der Kratos Valkyrie hat laut Hersteller eine Länge von 9,1 m, eine Spannweite von 8,2 m und eine Reichweite von über 5.000 Kilometern. Das maximale Startgewicht (MTOW) beträgt rund drei Tonnen. Er kann in einer Höhe von bis zu 45.000 Fuß fliegen. Der Erstflug der Valkyrie fand bereits 2019 in den USA statt; seitdem fliegen weitere Flugzeuge regelmäßig. Der Erstflug der Airbus-Variante ist für 2026 geplant. Ob vollautonom oder von einem Eurofighter gesteuert, werde die Valkyrie in der Lage sein, schwierige Missionen zu übernehmen, die für den Piloten eine zu große Gefahr darstellen würden, so Airbus. Das CCA kann den Angaben zufole verschiedenen Rollen kinetische und nicht-kinetische Missionen erfüllen. Für den deutschen Kunden konzentrieren sich Airbus und Kratos den Angaben zufolge zunächst auf eine spezifische Rolle, um Luftkriegsfähigkeiten termingerecht und zielgenau bereitzustellen.
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