Medizinische Evakuierung: Siemens und Lufthansa Technik Defense entwickeln Patiententransportzug

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Siemens Mobility und Lufthansa Technik Defense planen, gemeinsam einen Patiententransportzug für medizinische Evakuierungen im Rahmen von militärischen Operationen und den zivilen Katastrophenschutz zu bauen. Dazu haben die beiden Unternehmen im Vorfeld der Berliner Sicherheitskonferenz eine Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet, wie Lufthansa Technik in einer Mitteilung schreibt. Der Zug soll den Angaben zufolge mehr als 150 Verwundete, Verletzte oder Erkrankte transportieren und während der Fahrt medizinisch versorgen können – darunter auch Intensivpatienten. Die Partner wollen ihn in Deutschland für die Bundeswehr sowie ihre NATO-Verbündeten entwickeln.

Der Zug soll aus Vectouro-Reisezugwagen von Siemens bestehen, die mit einer Vectron-X- oder Vectron-X-Dual-Mode-Lokomotive kombiniert werden. Während die Vectron X rein elektrisch betrieben wird, kann die Vectron X Dual Mode sowohl elektrisch als auch mit Dieselantrieb fahren.

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Lufthansa Technik Defense rüstet laut Mitteilung die Wagen mit Systemen für Krankentragen („Litter Racks“) und vollständig ausgestatteten Intensivbetten (Patiententransporteinheiten) aus. Der Zug biete zudem Platz für bis zu 90 medizinische und unterstützende Einsatzkräfte, heißt es weiter. Die Partner verbänden dabei ihre jahrzehntelange Erfahrung im Schienenfahrzeugbau und im medizinischen Lufttransport.

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Die Medizintechnik für den Zug habe sich bereits in der Luft bewährt: Die deutsche Luftwaffe und andere Streitkräfte nutzten die AeroMEDICAL Solutions von Lufthansa Technik seit Jahrzehnten. Unter anderem werde damit der A400M der Bundeswehr zu einer „fliegenden Intensivstation“. Die gleichen standardisierten Systeme sollen auch im Zug verbaut werden, sodass Patienten beim Wechsel zwischen den einzelnen Verkehrsträgern nicht umgebettet werden müssen. Die Wagen ließen sich je nach Einsatz und Betreuungsbedarf flexibel aus- und umrüsten – von der medizinischen Grundversorgung bis zur Intensivversorgung (NATO-Kategorien D1 bis D4).

Vectron-X-Lokomotiven und Vectouro-Reisezugwagen sind auf grenzüberschreitenden Einsatz ausgelegt. Die Wagen eignen sich zudem dank ihrer druckdichten Bauweise für Hochgeschwindigkeitsstrecken. So soll der Zug Patienten auf den wichtigsten europäischen Bahnstrecken sicher und schnell transportieren können, ohne dass an den Grenzen ein Fahrzeugwechsel nötig wird. Zusätzliche Flexibilität biete die Kombination mit einer Vectron-X-Dual-Mode-Lokomotive. Damit bleibe der Zug auch auf nicht elektrifizierten Strecken oder bei Ausfall der Oberleitung einsatzfähig.

Flexibel im Einsatz

Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts sei die Umrüstbarkeit zwischen zivilem Personenverkehr und Patientenevakuierung. Dies verbessere die Auslastung der Fahrzeuge und erhöhe ihre Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus. Der Zug sei laut Hersteller für mehr als 30 Betriebsjahre ausgelegt und lasse sich während dieser Zeit modernisieren und an neue Anforderungen anpassen.

„Gerade in diesen herausfordernden Zeiten geopolitischer Unsicherheit ist die Fähigkeit zur medizinischen Evakuierung von hoher strategischer Relevanz, und das gilt für den Land- genauso wie für den Lufttransport“, erklärte Michael von Puttkamer, Vice President Special Aircraft Services and Defense bei Lufthansa Technik.
lah