Die Produktion der vom deutschen Panzerabwehrspezialisten Dynamit Nobel Defence (DND) entwickelte Panzerabwehrwurfmine AT2+ soll ab 2028 offenbar auch in Lettland erfolgen. Wie das Unternehmen heute auf seinem LinkedIn-Kanal schreibt, hat das lettische Kabinett am 13. Oktober 2026 zur Stärkung seiner nationalen Verteidigungsfähigkeit und Versorgungssicherheit die Einrichtung einer Produktionsstätte für Panzerabwehrminen in Lettland genehmigt.
„Damit wird die im Februar 2026 unterzeichnete Absichtserklärung zwischen der Valsts aizsardzības korporācija (State Defence Corporation) und Dynamit Nobel Defence weiter konkretisiert“, heißt es in dem Beitrag. Die geplante Kooperation soll DND zufolge den nachhaltigen Ausbau nationaler Produktionskapazitäten in Lettland ermöglichen, sichere Lieferketten stärken und die europäische Eigenständigkeit in der Verteidigungsproduktion fördern.
Eine im nächsten Schritt zu vereinbarende vertragliche Ausgestaltung der Zusammenarbeit, einschließlich des vorgesehenen Technologie- und Know-how-Transfers, soll eine Inbetriebnahme der neuen Produktionsstätte ab 2028 ermöglichen. „Sie soll den Bedarf der lettischen Streitkräfte decken und darüber hinaus die Belieferung von Exportmärkten ermöglichen. Im Rahmen der Kooperation soll Lettland zudem Teil der Lieferkette von DND werden“, schreibt DND.
Auch wenn das Unternehmen den genauen Typ der Panzerabwehrminen nicht nennt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Panzerabwehrwurfmine AT2+. Wie hartpunkt berichtete, haben sich die lettischen Streitkräfte im Oktober 2025 als Pilotkunde zur Beschaffung der von DND entwickelten Minenwerfersysteme Skorpion² entschieden. Die AT2+ dient als Munition für diese Minenwerfersysteme.
Panzerabwehrwurfmine AT2+
Bei der Panzerabwehrwurfmine AT2+ handelt es sich nach früheren Angaben von DND um eine Überarbeitung der bewährten Panzerabwehrwurfmine AT2, die ebenfalls von DND hergestellt wurde. Die AT2+ ist eine programmierbare, streuungsfähige Panzerabwehrmunition mit digitalisierter Steuerung und einem Multisensorsystem, welches unter der gesamten Breite eines Kampfpanzers wirkt.
Die Gefechtskopfleistung wird seitens DND mit einer Penetrationsleistung von mehr als 140 mm RHA angegeben. Zudem soll die robuste Mine gegen verschiedene Arten von Räumungssystemen gehärtet sein. Sechs an der AT2+ angebrachte Stützfüße sorgen dafür, dass sich die Mine nach dem Verschuss automatisch in die Einsatzposition bringt.
Den Aussagen des Herstellers zufolge kann die Wurfmine AT2+ auf unterschiedliche Art und Weise verlegt werden. Dazu zählt eine Verbringung mit dem neuen modularen Minenverlegesystem Skorpion², dem handgehaltenen Minenwurfgerät Bobcat, mittels Minenausstoßraketen – mit zwei bis fünf AT2+ pro Rakete – sowie mittels in Hubschraubern integrierten Minenwurfsystemen. Mit der EGGBOX hat DND zudem ein System entwickelt, die Panzerabwehrminen auch mittels Drohnen verlegen zu können.
Waldemar Geiger


















