Die integrierte Nachweisführung der beiden im Februar beschafften Loitering-Munition-Systeme (LMS) mittlerer Reichweite – HX-2 von Helsing und Virtus von STARK – für die Bundeswehr steht kurz vor dem Abschluss. Dies geht aus einer Antwort des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) auf eine Frage von hartpunkt hervor.
Dem Ministerium zufolge weisen beide Systeme „einen vergleichbaren Qualifikationsstand auf“, so dass „lediglich noch Restarbeiten durchzuführen“ sind. Wie es in der Antwort weiter heißt, „wird nach derzeitigem Stand der Zeitplan für die Auslieferung auch für die zeit- und bedarfsgerechte Ausstattung der Panzerbrigade 45 gehalten“. Die erste Ausbildung bzw. Übung mit den Systemen soll im November erfolgen. Noch in diesem Jahr soll dem BMVg zufolge auch die Befähigung zum taktischen Einsatz der Loitering-Munition-Systeme (Systeme und Wirkpakete) erreicht werden.
Wie hartpunkt bereits Anfang September berichtete, hat die Virtus von STARK als erstes LMS die Hot-Strike-Testkampagne (Testflüge mit Wirkpaket und anschließender Zielbekämpfung) erfolgreich abgeschlossen. Die entsprechende Hot-Strike-Testkampagne der HX-2 steht offenbar noch aus. Dazu erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums gegenüber hartpunkt: „Die munitionssicherheitstechnische Qualifikation beider Systeme ist bzw. wird zeitnah abgeschlossen sein. Die Gesamtqualifikation steht somit kurz vor dem Abschluss.“
Weiterhin erklärte sie, dass alle im Vertrag definierten Abbruchmeilensteine weiterhin gültig seien und durch die Firmen bereits erfüllt worden seien bzw. in Kürze erfüllt würden. „Die Meilensteine unterliegen, wie generell die Inhalte des Vertrages, der Geheimhaltung. Einem Unternehmen wurde zusätzliche Zeit zur Erfüllung eines Meilensteins gewährt, da die Verzögerung nicht durch den Auftragnehmer selbst verursacht wurde. Die Kriterien für einen Abbruch waren nach den Vorgaben aus dem Vertrag nicht erfüllt“, so die Sprecherin.
Nach Aussage des Ministeriums erfüllen beide Systeme nach Abschluss der munitionssicherheitstechnischen Qualifikation „die Bedingungen für eine zeitnahe Genehmigung zur Nutzung, die ggf. mit ausgewählten Auflagen für die Nutzung bis zum vollständigen Abschluss der Nachweisführung erteilt wird“.
Das Deutsche Heer beabsichtigt, die Loitering-Munition-Systeme als Wirkkomponente im Rahmen des sogenannten Aufklärungs- und Wirkverbunds (AWV) einzuführen und einzusetzen. Als erster Großverband des Heeres wird die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 über eine Einheit (6./325) verfügen, die den AWV ab 2027 einsetzen soll. Mit dieser Fähigkeit soll es der Brigade möglich sein, Ziele in ihrem Verantwortungsbereich unbemannt aufzuklären und mit LMS zu bekämpfen. Dafür werden insgesamt drei unterschiedliche LMS mittlerer Reichweite von Helsing, STARK und wenig später auch von Rheinmetall beschafft. Die Qualifizierung der LMS von Rheinmetall soll aufgrund der späteren Beschaffung dem Vernehmen nach erst Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen werden.
Waldemar Geiger


















