Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Rahmen seiner neuen strategischen Partnerschaft mit dem italienischen Raumfahrtunternehmen Argotec am 1. Oktober den ersten im Rahmen dieser Zusammenarbeit entwickelten Satelliten an Bord einer Falcon-9-Trägerrakete von SpaceX von der Vandenberg Space Force in die Umlaufbahn gebracht. Mit diesem erfolgreichen Start leite der deutsche Konzern über seine Tochtergesellschaft Rheinmetall Italia S.p.A. in enger Abstimmung mit institutionellen Akteuren die gezielte Entwicklung einer eigenständigen, satellitengestützten Fähigkeit für die nationale Sicherheit und die militärische Lageerfassung ein, schreibt Rheinmetall in einer Mitteilung. Der erfolgreiche Start stelle einen wichtigen Meilenstein für die wachsenden Aktivitäten von Rheinmetall im Weltraumbereich dar.
Das Unternehmen Argotec wurde im Jahr 2008 in Turin gegründet und designt und produziert öffentlich verfügbaren Informationen zufolge Satelliten bis 200 kg Gewicht. Gegenwärtig wird unter anderem die modulare Micro-Satelliten-Plattform HAWK PLUS für verschiedene Missionen mit einem Gewicht bis 130 kg hergestellt. Das Unternehmen kann nach eigenen Angaben mehr als 50 Satelliten pro Jahr bauen.
Der Schwerpunkt des am 1. Oktober gestarteten Satellitenprogramms liege auf der Gewinnung von Informationen und nicht auf der herkömmlichen Kartierung von Bodenobjekten, heißt es in der Mitteilung. Stattdessen identifizieren die Sensoren des umlaufenden Satelliten den Angaben zufolge bodengestützte Indikatoren für aufkommende Bedrohungen aus der Luft, liefern wichtige Frühwarnerkenntnisse und stellen Daten bereit, die für die Luftverteidigung von entscheidender Bedeutung sind.
Die erfassten Lage- und Bilddaten werden der Mitteilung zufolge mit Hilfe von KI verarbeitet, um sie nahtlos in nationale Verteidigungs- und Luftverteidigungssysteme zu integrieren und sie den Kunden direkt zur Verfügung zu stellen. Das System kombiniere verschiedene Funktionsebenen wie weltraumgestützte Beobachtung, bodengestützte Knotenpunkte und taktische Netzwerke, die über eine Kommando- und Kontrollzentrale verwaltet werden.
Mit Argotec hat Rheinmetall nach eigenen Angaben einen Industriepartner gefunden, der über umfangreiche Erfahrungen aus der NASA und anderen führenden internationalen Weltraumprogrammen verfügt. Beide Partner wollen den aktuellen Missionserfolg nutzen, um ihre jeweiligen technischen Fähigkeiten im realen Einsatz zu validieren und diese anschließend durch schrittweise gemeinsame Entwicklung weiter voranzutreiben.
„Der erfolgreiche Start unseres ersten Satelliten ist ein Meilenstein bei der Stärkung der nationalen Sicherheits- und Weltraumfähigkeiten“, sagt Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall Agm, laut Mitteilung. „Die Integration weltraumgestützter Daten in bestehende Verteidigungsarchitekturen ist ein entscheidender Schritt, um dem veränderten Sicherheitsumfeld gerecht zu werden. Diese Zusammenarbeit bestätigt das Vertrauen in unsere Kompetenz bei der technologischen Integration und leistet einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Souveränität sowie zu einer widerstandsfähigen, vernetzten Lageerfassung.“
Das mittel- bis langfristige Programm ist laut Mitteilung nach einem modularen Ansatz aufgebaut. Der erfolgreich durchgeführte Start schaffe die technologische Grundlage für die Validierung der operativen Funktionalität im Orbit und die Sicherung der nachfolgenden Finanzierungsphasen. Aufbauend auf dieser ersten Fähigkeit soll die weltraumgestützte Komponente schrittweise zu einer umfassenderen Satellitenkonstellation ausgebaut werden. Ein weiterer Satellitenstart sei bereits fest in der Programm-Roadmap für 2028 verankert.
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