Rheinmetall könnte vor erstem Satelliten-Auftrag stehen

Lars Hoffmann

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Der Rüstungskonzern Rheinmetall soll einem Artikel in der heutigen Ausgabe des „Handelsblatts“ zufolge einen Großauftrag für die Lieferung von 40 Radaraufklärungssatelliten erhalten, die zusammen mit dem finnischen Unternehmen Iceye gebaut werden. Laut Artikel, der sich auf mehrere gut informierte Personen beruft, könnte der Auftragswert für die LEO-Satelliten (LEO steht für Low Earth Orbit) bei drei Milliarden Euro liegen. Die dafür erforderliche 25-Millionen-Euro Vorlage soll laut Handelsblatt noch in diesem Jahr dem Haushaltsausschuss des Bundestages zugeleitet werden.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, dass er zusammen mit Iceye am Standort Neuss Satelliten des finnischen Herstellers für die Bundeswehr bauen wollte. Das Gemeinschaftsunternehmen für das Vorhaben wurde bereits vor einigen Wochen gegründet. Rheinmetall ist auch an Iceye beteiligt.

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Im Rahmen eines Dienstleistungsvorhabens liefern die Finnen bereits Daten ihrer eigenen Konstellation mit „Synthetic Aperture Radar“ (SAR)-Satelliten an Deutschland. Gegenwärtig betreibt die Bundeswehr lediglich 10 eigene Satelliten. Sollte Rheinmetall tatsächlich beauftragt werden, würde die Bundeswehr das erste Mal über eine eigene Konstellation verfügen.

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China dagegen soll nach Aussage von Experten bereits 1.200 militärische Satelliten einsetzen und monatlich neue hinzufügen. Die Aufklärungsdichte dieser Himmelskörper könnte nach Fachmeinung insbesondere im Südchinesischen Meer bereits so hoch sein, dass die Chinesen womöglich kurz davorstehen, die Feuerleitung für den Bodenkrieg aus dem All zu realisieren.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte vor wenigen Wochen bei einer Weltraumkonferenz in Berlin angekündigt, bis 2030 rund 35 Milliarden Euro die Weltraumsicherheit investieren zu wollen. Die Beauftragung von Rheinmetall zur Lieferung von SAR-Satelliten dürfte damit ein wichtiger Schritt sein. Überdies werden noch Satellitenkonstellationen zur Kommunikation und Signalaufklärung benötigt. Wie aus Bundeswehr-Kreisen zu vernehmen ist, liegt bei neuen Satelliten der Fokus auf dem Low Earth Orbit und möglichst deutschen Produkten.

Bei seinem Auftritt in Berlin hatte die Aussage von Pistorius Aufsehen erregt, dass von der Bundeswehr mitgenutzte Kommunikationssatelliten von zwei russischen Luch-Olymp-Aufklärungssatelliten verfolgt werden – was in Fachkreisen seit langem bekannt ist. Pistorius hatte vor dem Hintergrund der Bedrohungslage die Beschaffung smarter Wirkmittel wie Laser angekündigt. Das Adjektiv smart bezieht sich offenbar auf den Sachverhalt, dass die neuen Systeme keinen Weltraumschrott produzieren sollen. Dem Vernehmen nach wird auch die Anschaffung von „Jagd-Satelliten“ diskutiert, die sich ihrerseits hinter die Luch-Olymps setzen könnten.

Lars Hoffmann