Finnland schließt sich der französischen Initiative zur nuklearen Abschreckung an

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Finnland wird sich der französischen Initiative zur nuklearen Abschreckung in Europa anschließen. Die Initiative stelle eine Form der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Finnland und Frankreich dar, schreibt das finnische Verteidigungsministerium in einer heute veröffentlichten Mitteilung. Finnland habe die Initiative mit Frankreich sowohl auf höchster politischer Ebene als auch auf Arbeitsebene vertraulich erörtert.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, startete der französische Präsident Emmanuel Macron im März 2026 eine Initiative zur europäischen Dimension der französischen nuklearen Abschreckung. Damals wurde bekannt gegeben, dass sich acht Länder der Initiative angeschlossen hatten; zu einem späteren Zeitpunkt folgte Norwegen. Finnland habe mit Frankreich über einen Beitritt zur Initiative gesprochen, heißt es in der Mitteilung. Die beiden Länder haben demnach ihre Gespräche nun abgeschlossen und eine gemeinsame Erklärung über den Beitritt Finnlands zur Initiative zur nuklearen Abschreckung abgegeben.

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Wie der französischen Version der gemeinsamen Erklärung zu entnehmen ist, formulierte Präsident Macron in seiner Rede zur Doktrin der nuklearen Abschreckung, die er am 2. März auf der Île Longue hielt, die europäische Dimension der lebenswichtigen Interessen Frankreichs und formulierte zu diesem Zweck das Konzept der „vorausschauenden Abschreckung“.

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„Die französische Initiative wird den zunehmend aktiveren Ansatz Europas in der Verteidigung stärken. Ihr Ziel ist es, die Sicherheit und Abschreckung in ganz Europa zu verstärken“, wird Verteidigungsminister Antti Häkkänen in der Mitteilung zitiert.

„Frankreich ist eine europäische Atommacht, die eine Schlüsselrolle bei der Stärkung der Verteidigung Europas spielt. Der Beitritt Finnlands zur französischen Initiative wird unsere bilaterale Verteidigungskooperation mit Frankreich erheblich vertiefen und die Sicherheit Finnlands stärken. Dies ist ein natürlicher Schritt, da unsere engen Verbündeten Norwegen, Schweden und Dänemark der Initiative bereits beigetreten sind.“

Wie das finnische Verteidigungsministerium betont, ersetzt die französische Initiative nicht die nukleare Abschreckung der NATO und überschneidet sich auch nicht mit ihr. Die nukleare Abschreckung der NATO basiere auf Vereinbarungen zur nuklearen Teilhabe und stütze sich auf die erweiterte Abschreckung der Vereinigten Staaten. Sie sei letztlich die höchste Garantie für die Sicherheit des Bündnisses.

Die nukleare Abschreckung der NATO wurde laut Mitteilung in den vergangenen Jahren mit neuer Entschlossenheit verstärkt. Finnland leiste hierzu einen Beitrag. Die souveräne nukleare Abschreckung Frankreichs trage zur allgemeinen Sicherheit des Bündnisses und Europas bei.

„Jedes Land, das sich der französischen Initiative anschließt, legt selbst sein Tempo der Beteiligung fest. Die französische Initiative unterscheidet sich von der nuklearen Abschreckung der NATO. Die beitretenden Länder werden keine Verpflichtungen wie bei der kollektiven Verteidigung der NATO haben. Außerdem fordert Frankreich die anderen Länder nicht dazu auf, zu den Kosten für die Aufrechterhaltung der nuklearen Abschreckung beizutragen“, so Häkkänen.

Als ersten Schritt nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung wird auf Fachebene erörtert, wie die Zusammenarbeit eingeleitet werden soll. Anschließend wird die finnische Verteidigungsverwaltung mit den Vorbereitungen für Verhandlungen mit Frankreich darüber beginnen, wie die Zusammenarbeit konkret gestaltet werden soll.

Trotz der Initiative werde die französische Nukleardoktrin ihren strikt defensiven Charakter beibehalten, schreibt das finnische Verteidigungsministerium. Frankreich werde den Ländern, die sich der Initiative anschließen, keinen alternativen nuklearen Schutzschirm anbieten. Die Atomwaffen sowie alle für den Schutz wesentlicher französischer Interessen maßgeblichen Entscheidungen bleiben demnach ausschließlich Frankreich vorbehalten. Die Zusammenarbeit werde durch die Interessen jedes einzelnen beitretenden Landes geprägt.

„Beispiele für mögliche Formen der Zusammenarbeit sind der Dialog über die französische Nukleardoktrin, gemeinsame Übungen, bei denen das beitretende Land als Beobachter teilnimmt oder konventionelle Fähigkeiten beisteuert, oder letztlich die zeitweilige Stationierung von Elementen der französischen strategischen Luftstreitkräfte im verbündeten Land“, so Verteidigungsminister Häkkänen.

Die Initiative stehe nicht im Widerspruch zu den internationalen Verpflichtungen der beitretenden Länder. Wichtige internationale Abkommen wie der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen und der Umfassende Nuklear-Teststopp-Vertrag gelten weiterhin wie bisher.

Häkkänen wird abschließend mit den Worten zitiert: „Europa muss sowohl bei der konventionellen Verteidigung als auch bei der nuklearen Lastenteilung eine größere Rolle übernehmen. Diskussionen über die Verstärkung der nuklearen Abschreckung und die Stärkung der Sicherheit Europas sind für die Verteidigung Finnlands von wesentlicher Bedeutung.“
lah