Die U.S. Army plant, bis zum Jahr 2034 bis zu 133.000 Artillerieraketen der Raketenfamilie Guided Multiple Launch Rocket System (GMLRS) und GMLRS ER (Extended Range) zu beschaffen. Dies geht aus einer aktuell veröffentlichten Interessenbekundung der U.S. Army auf SAM.gov hervor.
Demnach sollen interessierte Hersteller bis Anfang September White Paper einreichen, in denen ihre Kapazitäten, Erfahrungen und technischer Ansatz zur jährlichen Produktion von 19.002 GMLRS-Raketen in unterschiedlichen Varianten detailliert dargelegt werden. Die erste Lieferung wäre der nicht bindenden Interessenbekundung zufolge im Jahr 2030 geplant. Gleichwohl wird darauf verwiesen, dass das US-Heer bereits ab 2028 jährlich maximal bis zu 19.002 GMLRS-Raketen abnehmen könnte.
„Die eingereichten Unterlagen müssen die effizientesten und kostengünstigsten Methoden zur Erreichung dieser Produktionsrate darlegen. Darüber hinaus sollten die Bieter die Risiken und Vorteile verschiedener Produktionsoptionen bewerten und Vergabestrategien empfehlen, die den Nutzen für die US-Regierung maximieren und gleichzeitig das Kostenrisiko des Auftragnehmers minimieren“, heißt es in der Veröffentlichung. „Auf Anfrage und vorbehaltlich der Genehmigung durch die „Strategic and Operational Rockets and Missiles Security“ wird die US-Regierung Spezifikationen und Zeichnungen auf Integrator-Ebene aus dem technischen Datenpaket zur Verfügung stellen.“
Aktueller Hersteller der GMRLS-Raketenfamilie ist der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin, der insgesamt etwas mehr als 75.000 GMLRS-Raketen produziert hat (Stand August 2025). Der Konzern hat im vergangenen Jahr zudem angekündigt, die Produktionskapazität auf 14.000 GMLRS-Raketen pro Jahr hochfahren zu wollen.
Sowohl die GMLRS als auch die GMLRS ER werden in der U.S. Army von der Raketenartilleriesystemen M270 und M142 High Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS) verschossen.
Guided Multiple Launch Rocket System
Die GMLRS-Rakete wurde ursprünglich im Kalten Krieg entwickelt und wird aktuell in den Varianten M30A2 und M31A2 hergestellt. Die M30A2 (Alternative Warhead) verfügt über einen vorfragmentierten (Wolframfragmente) Gefechtskopf und kann so gegen Flächenziele verwendet werden. Die Munition eignet sich zur Bekämpfung von weichen und halbharten Zielen. Die Reichweite liegt bei bis zu 84 km, GPS/Trägheitsnavigation sorgt für die präzise Zielführung der Rakete.
Die M31A2 (Unitary) ist ein Präzisionseffektor und kann zur Bekämpfung von Punktzielen genutzt werden. Sie wirkt durch Explosion und Sprengwirkung und wird gegen weiche und halbharte Ziele mit einer Reichweite von bis zu 84 km eingesetzt. Auch hier kommt GPS/Trägheitslenkung zum Einsatz.
Guided Multiple Launch Rocket Extended Range
Bei den Artillerieraketen vom Typ Guided Multiple Launch Rocket System Extended Range handelt es sich um reichweitengesteigerte Varianten der GMLRS-Raketen. Im Vergleich zur GMLRS konnte die maximale Reichweite mittels eines leicht vergrößerten Raketenmotors, der Nutzung einer neu entwickelten Raketenform sowie Verschiebung der als aerodynamische Steuerflächen wirkenden Flossen von der Spitze ans Heck der Rakete von 84 auf 150 Kilometer gesteigert werden. Genauso wie die GMLRS-Rakete wird auch die ER GMLRS in zwei unterschiedlichen Varianten – mit einem Unitary bzw. Alternative Warhead – produziert. Die Zielführung der Raketen erfolgt mittels GPS/Trägheitsnavigation.
Waldemar Geiger


















