Die Bundeswehr arbeitet offenbar an der Beschaffung eines weiteren Loses des Schützenpanzers Puma im Wert von rund 5 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Äußerung des Rheinmetall-CEOs Armin Pappergern hervor, die er gestern während einer Analystenkonferenz machte.
Papperger zufolge geht Rheinmetall davon aus, dass der Vertragsschluss für ein solches 3. Los des Schützenpanzers nicht mehr in diesem Jahr erfolgen wird. Für Rheinmetall rechnet er mit Einkünften von etwa 2,5 Milliarden Euro, damit dürfte die Gesamtauftragssumme des 3. Loses 5 Milliarden Euro betragen. Die Beschaffung des Schützenpanzer Puma wird nämlich über die PSM Projekt System & Management GmbH abgewickelt, einem 50:50-Joint-Venture von KNDS Deutschland und Rheinmetall.
Eine aktuelle Beschaffungsabsicht der Bundeswehr für weitere Schützenpanzer Puma lässt sich auch aus dem Haushaltsentwurf 2027 der Bundesregierung herauslesen. In den Verpflichtungsermächtigungen für die Jahre 2028 bis 2039 sind dort weiterhin über 16 Milliarden Euro hinterlegt. Somit kann davon ausgegangen werden, dass ein weiterer Bedarf von zusätzlichen Schützenpanzern Puma – über den aktuell verfügbaren sowie bestellten Bestand hinaus – besteht.
| Schützenpanzer Puma | ||
| Haushalt 2026 | Regierungsentwurf 2027 | |
| Ausgaben 2027 im EP14 | 0,06 Mrd. € | |
| Ausgaben bzw. Verpflichtungsermächtigungen 2027 im Sondervermögen | 0,08 Mrd. € | 0,88 Mrd. € |
| Verpflichtungsermächtigungen Zeitraum | 2028 bis 2037 | 2028 bis 2039 |
| Verpflichtungsermächtigungen Summe | rund 16,1 Mrd. € | rund 16,3 Mrd. € |
Bis Ende 2025 haben die deutschen Streitkräfte insgesamt 350 Schützenpanzer-Puma (337 Schützenpanzer und 13 Fahrschulpanzer) des ersten Loses – die derzeit durch die Industrie auf den Rüststand S1 gebracht werden – sowie 50 Schützenpanzer-Puma des zweiten Loses (Rüststand S1) beschafft. Ende 2025 wurde die Projekt System & Management GmbH mit der Lieferung von 200 weiteren Schützenpanzern des Typs Puma S1 beauftragt, deren Auslieferung 2028 beginnen soll.
Nach Auslieferung aller bestellten Fahrzeuge würde die Bundeswehr über rund 600 Schützenpanzer Puma verfügen. Bereits Ende Oktober vergangenen Jahres deuteten Medienberichte darauf hin, dass das Deutsche Heer bis 2025 einen Gesamtbedarf von rund 1.000 Schützenpanzern haben dürfte, hartpunkt berichtete. Um diese Flottengröße zu erhalten, müssten etwa 400 weitere Systeme beschafft werden. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die von Papperger im Rahmen der gestrigen Analystenkonferenz indirekt kolportierten 5 Milliarden Euro – der Rheinmetall CEO hat nur über den Rheinmetall-Anteil von 2,5 Milliarden Euro gesprochen – nicht für die Beschaffung von 400 neuen Schützenpanzern ausreichen werden. Realistischer wären eher 200 Systeme.
Waldemar Geiger


















