Bundeswehr wird Tomahawk-Marschflugkörper von den USA kaufen und in Deutschland stationieren

Lars Hoffmann

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Nach Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz haben die USA dem Kauf von Marschflugkörpern des Typs Tomahawk durch die Bundeswehr zugestimmt, die in Deutschland stationiert werden. Merz machte in seiner heutigen Regierungserklärung eine während des NATO-Gipfels mit der US-Regierung getroffene Vereinbarung öffentlich, wonach „amerikanische Tomahawk-Raketen, von uns erworben und in Deutschland stationiert werden“. „Wir schließen damit eine wichtige strategische Lücke in unserer Verteidigung und wir werden gleichzeitig daran arbeiten, eigene europäische Systeme zu entwickeln und in Europa zu stationieren“, führte der Bundeskanzler weiter aus.

Tomahawks gehören zu den sogenannten Deep-Precision-Strike-Waffensystemen, die tief im gegnerischen Hinterland wirken können. Der Marschflugkörper soll eine Reichweiten von rund 2.000 Kilometern haben. Die Bundeswehr will die Tomahawks als Übergangslösung beschaffen, bis selbst entwickelte Langstreckenwaffen zur Verfügung stehen. Deutschland hatte in den USA unter anderem die Lieferung der Boden-Boden-Version der Tomahawk angefragt. Früheren Medienberichten zufolge soll Deutschland womöglich eine Beschaffung von bis zu 400 Tomahawks Block Vb für mehr als eine Milliarde Euro ins Auge gefasst haben.

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Die BGM-109 Tomahawk ist ein Unterschall-Marschflugkörper, der von der U.S. Navy seit den 1970ern genutzt wird. Das Waffensystem wurde seitdem mehrfach weiterentwickelt und modernisiert, derzeitiger Hersteller ist der US-Rüstungskonzern Raytheon. Die aktuell modernste Variante des Marschflugkörpers ist der Tomahawk Block V. Die genauen Leistungsdaten des Flugkörpers sind geheim, öffentlich zugänglichen Informationen zufolge soll der Block V eine Reichweite von über 1.666 km haben und einen 450 kg schweren, konventionellen Gefechtskopf tragen können.

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Neben dem Kauf der Marschflugkörper ist auch die Beschaffung von Startgeräten des Typs Typhon notwendig. Die Anfrage dafür erfolgte bereits im Juli 2025, hartpunkt berichtete. Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin stellt den Typhon-Launcher her, der auch als Mid-Range Capability Launcher (MRC) bezeichnet wird und bei der U.S. Army in der Nutzung ist. Der Typhon ist vom Vertical Launch System (VLS) Mk 41 in seiner größten Version abgeleitet, wie es auf Marineschiffen eingesetzt wird, und weist vier Startcontainer auf einem Sattelauflieger auf.

Lars Hoffmann