Mit dem „Drone Defender“ zeigten Mercedes-Benz und das Münchener Technologieunternehmen TYTAN Technologies auf der Messe Eurosatory in Paris eine mobile, drohnengestützte Drohnenabwehrlösung, die sowohl Kleinstdrohnen als auch größere Drohnen der Shahed-Klasse abwehren soll.
Erstmals gezeigt wurde das System eine Woche zuvor auf der ILA in Berlin, als die beiden Unternehmen ein Memorandum of Understanding (MoU) für eine gemeinsame Entwicklung von mobilen Drohnenabwehrlösungen auf Basis der G-Klasse und des Sprinters unterzeichneten.
Der Drone Defender kombiniert ein Fahrgestell der G-Klasse mit einem von TYTAN Technologies entwickelten Drohnenabwehrrüstsatz. Basis für das „Fahrgestell-Fahrerhaus“ bietet der G 350 d der Baureihe 464 mit einem längeren Radstand. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,9 Tonnen kann das Fahrzeug nach Angaben von Mercedes-Benz bis zu 2,5 Tonnen Nutzlast tragen. Zusätzlich kann das Fahrzeug bis zu 3,5 Tonnen ziehen. Die Kabine bietet Platz für zwei Personen sowie einen Stauraum für Gepäck und weitere Ausrüstung.
Als Rüstsatz wurde auf dem Fahrgestell ein modularer Launch Container von TYTAN Technologies integriert. Die in Paris gezeigte Konfiguration bietet Platz für zwei Metis- und vier EOS-Abfangdrohnen. Die Metis wurde als KI-gestützte Abfangdrohne gegen Drohnen der NATO-Klasse 2 entwickelt. Mit einer Geschwindigkeit von über 350 km/h kann die Abfangdrohne Ziele in einer Entfernung von bis zu 60 km und einer maximalen Höhe von 5 km bekämpfen. Dazu ist das System in der Lage, einen rund 1kg schweren Gefechtskopf zu tragen. Den Schutz gegen kleinere Drohnen sowie Aufklärungsdrohnen der NATO-Klasse 1 bietet die TI-2 EOS, ebenfalls von TYTAN Technologies. Die Drohne ist über 200 km/h schnell und wirkt mittels eines Rammmanövers auf eine Entfernung von bis zu 20 km. Die Führung beider Drohnen in den Abfangraum erfolgt über das Bodenradar, bis die Feinddrohne in den Sichtbereich der Drohnenoptik eintritt, ab dann erfolgt die terminale Zielführung KI-gestützt.
Als Sensorik diente ein auf einem ausfahrbaren Mast montiertes Radar des Typs IRIS des Herstellers Robin Radar. TYTAN Technologies zufolge ist der Launch Container jedoch modular ausgelegt, so dass bei Bedarf auch andere Sensorkonfigurationen integriert werden können, auch die Zusammensetzung des Abfangdrohnen-Mixes kann abhängig vom verfügbaren Bauraum frei konfiguriert werden. Kommandiert werden die Drohnen über eine Bedienstation im Fahrerhaus.
Waldemar Geiger

















