Der deutsche Sensorspezialist Hensoldt und Fire Point, ein führender ukrainischer Hersteller von UAV- und Raketensysteme für die Präzisionskriegsführung, haben auf der Fachmesse Eurosatory in Paris eine Absichtserklärung mit dem Ziel unterzeichnet, kampferprobte Komponenten in ein bodengestütztes Luftabwehrsystem zum Abfangen von ballistischen Raketen zu integrieren. Im Rahmen des Vorhabens Freyja will Fire Point ein System zur Abwehr ballistischer Raketen aufbauen.
Hensoldt sei für die Produktion, Erprobung und Lieferung von Radarsystemen für das ballistische Raketenabwehrsystem (Ballistic Missile Defence; BMD) verantwortlich und unterstütze deren Integration in das System, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Das Hochleistungsradar TRML-4D wird dabei den Angaben zufolge eine Schlüsselrolle spielen. Das Radar habe sich in den vergangenen Jahren im Einsatz bewährt und eigne sich dank seiner softwarebasierten Anpassungsfähigkeit auch für den vorgesehenen Einsatzzweck des BMD-Systems. Es basiert auf der neuesten AESA-Radartechnologie (Active Electronically Scanned Array) und gewährleistet laut Hersteller die Erkennung und Verfolgung von rund 1.500 Luftzielen aller Art.
Fire Point soll als Hauptauftragnehmer fungieren und die Gesamtverantwortung für die Konzeption des BMD-Systems übernehmen, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. Das Unternehmen werde seine FP-7-Raketen produzieren, testen und liefern, einschließlich der Startgeräte und der Steuerung der Systeme. Darüber hinaus werde Fire Point die Hauptkomponenten in das System integrieren.
„Die Zusammenarbeit mit Fire Point bei FREYJA ist ein wichtiger Schritt hin zu einem skalierbaren europäischen Beitrag zur ballistischen Raketenabwehr“, sagt Hensoldt-CEO Oliver Dörre laut Mitteilung. „Die Ukraine hat gezeigt, wie schnell Innovationen unter echtem operativem Druck entstehen können. Unsere Aufgabe ist es, diese Geschwindigkeit mit bewährter Sensortechnologie, industrieller Skalierbarkeit und Systemintegration zu verbinden. Gemeinsam mit lokalen Herstellern und europäischen Partnern wollen wir dazu beitragen, eine der dringendsten Lücken in der Luft- und Raketenabwehr zu schließen.“
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