Die EuroTrophy GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von KNDS Deutschland, General Dynamics European Land Systems (GDELS) und Rafael Advanced Defense Systems (Rafael), hat auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 in Paris erstmals eine neue Konfigurationsoption des abstandsaktiven Selbstschutzsystems (APS) Trophy vorgestellt, welche über eine erweiterte Drohnenabwehrfähigkeit verfügt.
Trophy-Nutzer haben dem Unternehmen zufolge nun die Option, das APS in der im Einsatz befindlichen Kombination mit WindGuard-Radaren (S-Band) zu beschaffen, oder mit den etwas kleineren StormGuard-Radaren (X-Band). Beide Radare werden von Israel Aerospace Industries (IAI) gefertigt, wobei das StormGuard-Radar Vorteile bei der Detektion gegenüber langsamer fliegenden Zielen (Drohnen) aufweisen soll. In Kombination mit neuen, auf die Abwehr von Drohnen zugeschnittenen Effektoren soll so eine deutlich erweiterte Drohnenabwehrfähigkeit generiert werden.
Wie dies praktisch aussehen könnte, wird auf dem Stand von KNDS gezeigt, wo das System Bestandteil der neu vorgestellten Variante des Leopard 2 A-RC 3.0 ist, hartpunkt berichtete. Neben dem neuen Trophy APS wurde der Panzer zudem mit Abfangdrohnen und einer drohnenabwehrfähigen Waffenstation ausgerüstet. Mittels Trophy detektierte Bedrohungen werden klassifiziert und dann abhängig von der Bedrohung durch den jeweils passenden Effektor bekämpft. Anfliegende Panzerabwehrlenkflugkörper oder Raketen würden mittels Trophy selbst bekämpft. Sind hingegen Drohnen erkannt worden, werden die generierten Zieldaten an die Waffenstation oder die Abfangdrohne übergeben, so dass diese die Bekämpfung einleiten kann.
Nach Aussagen des Unternehmens ist diese Datenübergabe eine Kernfähigkeit des Trophy APS, die bereits seit Jahren einsatzbewährt ist. Mittels Trophy geschützte Kampfpanzer nutzen diese Fähigkeit bereits heute, nur nicht für die Drohnenabwehr, sondern für die Selbstverteidigung. Aktuell werden anfliegende Panzerabwehrflugkörper und -raketen nicht nur erkannt und durch das System bekämpft, Trophy übergibt die ermittelte Schussposition zudem an das Battle Management System, so dass die Hauptwaffe des Panzers in die entsprechende Richtung geschwenkt werden und der Schütze unmittelbar mittels der Kanone bekämpft werden kann.
Waldemar Geiger














