Mit dem Vorhaben „Loitering Munition System großer Reichweite“ beabsichtigt die Bundeswehr Loitering Munition für die Artillerieverbände der Divisions- und Korpsebene zu beschaffen, die Ziele in einem Entfernungsband von 200 bis 300 Kilometern erfolgreich bekämpfen können, hartpunkt berichtete. Beobachter gehen davon aus, dass das Beschaffungsvorhaben in wenigen Monaten initiiert werden könnte. Der deutsche Rüstungskonzern Diehl Defence und der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems haben heute auf der ILA in Berlin ein Memorandum of Understanding (MoU) für ein Teaming-Agreement unterzeichnet, das offenbar eine Zusammenarbeit bei dem Angebot und der potenziellen Produktion von Loitering Munition Systemen (LMS) des Typs SkyStriker für die Bundeswehr vorsieht. Die beiden Unternehmen kooperieren bereits auf anderen Gebieten, unter anderem der Raketenartillerie, für das zukünftige Raketenartilleriesystem der Bundeswehr.
Den Aussagen der Unternehmen zufolge sieht die Partnerschaft bei der Produktion eine 50:50-Aufteilung vor. Die beiden Unternehmen geben an, dass die Serienproduktion des LMS in Deutschland bereits 36 Monate nach Programmstart erfolgen könnte.
Dem Verständnis nach würde Diehl Defence in dieser Partnerschaft die Produktion der Gefechtsköpfe und der Starter übernehmen. Elbit Systems und die deutsche Tochter Elbit Systems Germany würden hingegen die eigentliche LMS-Plattform in Israel und Deutschland fertigen.
Daraus kann man ableiten, dass die ersten Systeme nach Vertragsschluss in Israel gefertigt werden würden, bis die Produktion in Deutschland – bei Diehl Defence und Elbit Systems Deutschland – aufgebaut ist.
Bei der SkyStriker handelt es sich um eine nach Angaben des Herstellers um eine kostengünstige Loitering Munition der 50kg-Klasse, die auch aus dem Raketenartilleriesystem PULS bzw. EuroPULS/MARS3 verschossen werden kann. Während der Angriffsphase kann die LMS mit extrem hohen Geschwindigkeiten von bis zu 550 km/h ins Ziel stürzen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 74 km/h standhalten, wobei die Präzision nur geringfügig beeinträchtigt wird. Die Navigation in der Flugphase sowie im Zielanflug erfolgt autonom. Das kanisterverschossene und elektrisch angetriebene System ist schnell einsetzbar und in der 5-kg-Gefechtskopfvariante in der Lage über zwei Stunden in der Luft zu bleiben. Die Reichweite soll laut Hersteller bis zu 250 km betragen. Bei einem 10-kg-Gefechtskopf verringert sich die maximale Flugzeit auf eine Stunde, dementsprechend ist auch die Reichweite der schweren Variante reduziert.
Waldemar Geiger














