Thales will mit KI-Unterstützung Ausbildungserfolg simulationsgestützter Truppenübungen erhöhen

Waldemar Geiger

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Der französische Rüstungskonzern Thales erweitert das Duellsimulationssystem Gladiator um zusätzliche Fähigkeiten. Entwickelt von der Thales-eigenen KI-Schmiede cortAIx, soll es das auf der Eurosatory in Paris erstmalig vorgestellte Software „Gladiator Training Data Analytics“ ermöglichen, große im Zuge von Duellsimulations-Ausbildungsgängen anfallende Datenmengen auszuwerten und so aufzubereiten, dass diese bereits kurze Zeit nach Ausbildungsende effektiv für eine Ausbildungsnachbesprechung genutzt werden können.

Die Analysesoftware ist als Ergänzung zum Thales-Duellsimulator Gladiator vorgesehen – ein zum in der Bundeswehr genutzten „Ausbildungsgerät Duellsimulator“ (AGDUS) vergleichbares System, das ist in der Lage ist, Soldaten, Gefechtsfahrzeuge, Drohnen, Waffen und Infrastruktur mittels Sensoren und Laseremittern in ein Gesamtsystem einzubinden, um so eine realistische Gefechtsübung mit Force-on-Force-Szenarien zu ermöglichen. Beschafft wurde das Gladiator-System unter anderem von den Streitkräften Frankreichs und der Schweiz.

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Wie Angehörige von Thales im Rahmen eines am 3. Juni erfolgten Vorabbriefings für Fachmedienvertreter erklärten, gilt die Ausbildungsnachbesprechung als ein elementarer Teil der Ausbildung. Wesentlich für den Ausbildungserfolg ist jedoch, dass einerseits die Zeit zwischen Nachbesprechung und Ausbildungsdurchgang nicht zu weit auseinanderliegt und andererseits alle relevanten Aspekte eines Übungsdurchganges angesprochen und ausgewertet werden. Da solche Übungsdurchgänge jedoch mehrere Tage andauern können, mit über 1.000 beteiligten Soldatinnen und Soldaten, fallen große Datenpakete an, die für die Ausbildungsnachbesprechung ausgewertet werden müssten.

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Die Gladiator Training Data Analytics ist in der Lage, solche Datenpakete in weniger als 30 Minuten gänzlich zu analysieren und für den Ausbildungsleitenden so aufzubereiten, dass jeder Waffeneinsatz, jede Truppenbewegung und beispielsweise jeder Funkspruch schnell auffindbar angezeigt werden. Weitere Indikatoren betreffen die Durchführung der Verwundetenversorgung oder die Auswertung der Treffergenauigkeit der eingesetzten Waffen und Waffensysteme. Das System ist zudem in der Lage, Funksprüche zu transkribieren und so durchsuchbar machen. Es ist zudem möglich, Warnautomatismen einzurichten, wenn bestimmte Begriffe im Funkspruch verwendet werden oder eine definierte Zeitdauer überschritten wird.

Einmal ausgewertet, kann die Analyse des Durchgangs sowohl für die unmittelbare Ausbildungsnachbesprechung als auch für Vergleiche unterschiedlicher Durchgänge herangezogen werden. Die Möglichkeit der Datenspeicherung erlaubt es zudem, Ausbildungserkenntnisse auch zu einem späteren Zeitpunkt abzurufen.

Thales zufolge wurde die Analysesoftware in Zusammenarbeit mit einem Nutzer entwickelt, so dass die ausgespielten Analysen sich nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Ausbildungspraxis bewähren. Die Software selbst ist auf einem mobilen Rechner im Ausbildungszentrum betreibbar. Ein Datentransfer in die Cloud oder außerhalb der Trainingszentren sei nicht notwendig. Die Datenhoheit verbleibe bei den nutzenden Streitkräften.

Waldemar Geiger