China lässt neues, geheimnisvolles U-Boot vom Stapel laufen

H.I. Sutton

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Die Volksrepublik China lässt U-Boote in einem Tempo vom Stapel laufen, das von keinem anderen Land erreicht wird. Ihr neuestes Modell, ein markantes und innovatives Boot ohne traditionellen Turm, markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung einer immer leistungsfähigeren und technologisch fortschrittlicheren U-Boot-Flotte. Da nur wenige offizielle Informationen verfügbar sind, hängt das Verständnis für den Zweck und die Fähigkeiten dieser neuen Klasse weitgehend von der Informationsbeschaffung und der Analyse durch äußere Beobachter ab.

Während westliche Marinen Mühe haben, mehr als ein oder zwei U-Boote gleichzeitig zu bauen, bringt China sie in immer schnellerem Tempo zu Wasser. In den letzten fünf Jahren wurden etwa 15 bis 20 U-Boote vom Stapel gelassen, darunter mindestens acht neue Klassen.

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Das neueste, ein bisher nicht bekannter und unerwarteter Typ, wurde gerade in Shanghai gesichtet. Das große, stromlinienförmige Boot fällt durch sein futuristisches „turmloses“ Design auf.

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Neues U-Boot vom Stapel gelaufen

Seit einigen Tagen ist das neue U-Boot auf Satellitenbildern zu sehen. Am 31. Mai und 1. Juni war es an einem Ausrüstungsbecken außerhalb der JN-Werft in Shanghai neben einem Anlegekahn festgemacht. Obwohl die Werft vor allem für den Bau großer Überwasserkampfschiffe bekannt ist, hat sie sich auch im U-Boot-Bau engagiert, hat aber bisher noch keine atomgetriebenen U-Boote gebaut. Der Stapellauf wurde nicht öffentlich bekannt gegeben und chinesische öffentliche Quellen haben sich dazu nicht geäußert.

Die Hauptmerkmale des Bootes sind sein schlanker Bug, X-förmige Ruder und ein minimaler Turm. China hat bereits zuvor mit turmlosen U-Booten experimentiert, wobei eines davon auf derselben Werft gebaut wurde. Tatsächlich liegt das ältere Boot derzeit dort am Kai. Die Konfiguration wurde wahrscheinlich gewählt, um den Wasserwiderstand zu verringern.

Parallel dazu könnte etwa zur gleichen Zeit ein weiteres U-Boot in der Huludao-Werft im Bohai-Meer vom Stapel gelaufen sein. Diese Werft ist ausschließlich für den Bau von Atom-U-Booten bekannt. Obwohl noch nicht bestätigt, wird spekuliert, dass dieses zweite U-Boot vom gleichen Typ ist wie das in Shanghai. Der Bau und Stapellauf von zwei Booten in zwei Werften wäre von großer Bedeutung.

Fragen zum mysteriösen U-Boot bleiben offen

Das U-Boot ist etwa 120 Meter (394 ft) lang und 10–11 Meter (33–36 ft) breit. Damit ist es länger, aber schmaler als das andere neue U-Boot, das in den letzten Monaten in Bohai vom Stapel lief.

Es steht außer Frage, dass es sich um eine neue Klasse handelt. Dieses Boot, über das erstmals im Februar berichtet wurde, wurde vorläufig als das lang erwartete Angriffs-U-Boot vom Typ 095 (auch als -09V geschrieben) identifiziert. Zu diesem Zeitpunkt entsprach das Boot den Erwartungen, und diese Zuordnung erschien sinnvoll. Mit dem Auftauchen dieses zweiten, ähnlich großen U-Boots ist nun jedoch die Frage offen, welches davon der Typ 095 ist.

Ein Satellitenbild des „turmlosen“ U-Boots bei der JN-Werft in Shanghai, 1. Juni 2026. (Bild: 2026 Vantor)
Ein Satellitenbild des „turmlosen“ U-Boots bei der JN-Werft in Shanghai, 1. Juni 2026. (Bild: 2026 Vantor)

Es erscheint unwahrscheinlich, dass es sich bei dem neuen U-Boot um ein ballistisches Raketen-U-Boot (SSBN) handelt. Dieses wäre wahrscheinlich größer, insbesondere angesichts der Größe der neuesten JL-3-Flugkörper.

Es bleiben auch Fragen hinsichtlich der Rolle und des Antriebs des neuen U-Boots offen. Was Letzteren betrifft, scheint angesichts der Größe des Bootes ein herkömmlicher Atomantrieb am wahrscheinlichsten. Sollte es hingegen konventionell angetrieben sein, wäre es das mit Abstand größte konventionelle U-Boot weltweit. China hat zudem einen kleineren „nuklearen AIP“-Antrieb entwickelt, bei dem ein Reaktor mit geringer Leistung als eine Form der luftunabhängigen Energieversorgung (AIP) fungiert. Dies ähnelt anderen Formen von AIP, wie Stirling-Generatoren und Brennstoffzellen, bietet aber wahrscheinlich eine höhere Leistung und praktisch unbegrenzte Reichweite. Das erste U-Boot mit nuklearem AIP-Antrieb, die Typ-041-Zhou-Klasse, wurde 2024 in der Wuchang-Werft in Wuhan vom Stapel gelassen. Es ist möglich, dass dasselbe Konzept auch bei dem neuen Boot zum Einsatz kommt, obwohl dies weniger wahrscheinlich erscheint als ein herkömmlicher Atomantrieb.

Die chinesische Marine (PLAN) sieht sich nicht verpflichtet, ihre neuesten U-Boot-Klassen gegenüber externen Beobachtern offenzulegen. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es keine öffentliche Bekanntgabe von Bestellungen oder, in vielen Fällen, vom Stapellauf. Dies gilt insbesondere für die ersten Boote einer Klasse. Daher müssen Analysten genau nach Hinweisen suchen, um offene Fragen zu klären.

Autor: H.I. Sutton. Der Beitrag erschien erstmalig am 03.06.2026 in englischer Sprache auf der hartpunkt-Partnerseite Naval News.