ODONATA demonstriert Hovering des Prototyps der PANTALA-Drohne

Lars Hoffmann

Anzeige

Das bayerische Start-up ODONATA hat am 10. April nach eigenen Angaben auf dem Bundeswehr-Flugplatz in Roth einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung seiner Langstreckendrohne PANTALA erreicht: Der vollständig aufgebaute 1:1-Prototyp habe erfolgreich seine ersten Hovering-Tests im Realmaßstab absolviert. Damit wurde laut Mitteilung des Unternehmens die Grundlage für weiterführende Flugtests und die Finalisierung des Proof of Concept gelegt. Wie ein Sprecher von ODONATA auf Nachfrage von hartpunkt mitteilte, stehen im nächsten Schritt Tests im Reiseflugbetrieb an.

Die PANTALA basiert den Angaben zufolge auf einer hybriden Antriebsarchitektur: Senkrechtstart und Landung erfolgen batterieelektrisch, während der Reiseflug über ein Kraftstoffsystem ermöglicht wird, das mit fossilen Energieträgern betrieben werden kann und perspektivisch auf Wasserstoff ausgelegt ist. Für den Reisebetrieb wird ein Pusher-Propeller genutzt, während die für den Senkrechtstart verwendeten Propeller an den Tragflächen festgestellt werden.

Anzeige

Ein zentrales, zum Patent angemeldetes Alleinstellungsmerkmal sei der Gewichtsausgleich über einen verschiebbaren Teil des Antriebsstrangs, schreibt das Unternehmen. Dieses System ermögliche eine präzise Schwerpunktanpassung im Flug und schaffe damit die Grundlage für einen stabilen und effizienten Fixed-Wing-Betrieb.

Anzeige

Mit dieser Architektur vereine die PANTALA Logistik, Lagebildgewinnung und aktive Drohnenabwehr in einer einzigen Plattform. Das Einsatzspektrum reicht von Middle-Mile-Logistik, Medizintransport und der Versorgung abgelegener Infrastruktur bis hin zu taktischer Nachversorgung, ISR-Missionen, autonomen Einsätzen und dem Betrieb als Trägersystem für die Drohnenabwehr.

Dem Sprecher zufolge, könnte die PANTALA zur Drohnenabwehr mehrere Abfangdrohnen tragen, die ausgeklinkt werden und die Ziele bekämpfen. Das Unternehmen sei dabei, solche Abfangdrohnen zu entwickeln, befinde sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Die Nutzlast der PANTALA liegt bei 80 kg. Die Geschwindigkeit der Langstreckendrohne wird mit rund 100 km/h angegeben, womit sie in der Lage sein soll, etwa 10 Stunden in der Luft zu bleiben und rund 1.000 Kilometer zurückzulegen. Dem Sprecher zufolge liegt der technologische Reifegrad etwa bei 7. Es gebe bereits Interessenten aus dem Mittleren Osten, Indien und den USA vornehmlich für zivile Anwendungen. Man sei auch in Gesprächen mit der Bundeswehr.

Technische Eckdaten der PANTALA
Spannweite7,9 m
Nutzlastbis zu 80 kg
Max. Startgewicht150 kg | 280 kg
Reichweite1.100 km+
Flugdauer10 h+

Der erfolgreiche Hovering-Test sei das Ergebnis jahrelanger, konsequenter Entwicklungsarbeit seit der Gründung der ODONATA GmbH im Jahr 2021 im Rahmen des ESA Business Incubation Programme (ESA BIC), schreibt das Unternehmen. In den ersten Jahren lag der Fokus den Angaben zufolge auf der Entwicklung eines bemannten, wasserstoffbasierten eVTOL-Flugzeugs sowie der zugrunde liegenden Systemarchitektur. Nach aerodynamischen Validierungen im Windkanal, dem Bau eines 1:8-Demonstrators und der strategischen Neuausrichtung des Geschäftsmodells Mitte 2024 hin zur unbemannten Dual-Use-Drohnenplattform PANTALA seien zentrale Technologien gezielt in eine schneller realisierbare operative Lösung überführt worden. ODONATA wurde durch die ESA, das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft sowie die TUM Venture Labs Aerospace gefördert.

Lars Hoffmann