Der russische Staatskonzern Rostec liefert über seine Tochtergesellschaft RT-Projektnyje Technologii modulare Zivilschutzbunker des Typs „KUB-M” an Industrieunternehmen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur. Dies gab der Rüstungsverbund am 22. Juli 2026 in einer Mitteilung bekannt. Die mobilen Schutzanlagen sollen die Beschäftigten von Industrieunternehmen vor den Folgen von Explosionen, Gebäudeeinstürzen sowie dem Austritt giftiger Schadstoffe schützen.
Die Auslieferung der Schutzmodule erfolgt vor dem Hintergrund einer sich deutlich veränderten Bedrohungslage im russischen Hinterland. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Industrieanlagen, Raffinerien, Rüstungsbetriebe und andere kritische Infrastruktur in den vergangenen Monaten deutlich ausgeweitet. Dabei kommen unter anderem weitreichende Drohnen oder Marschflugkörper wie die FP-5 „Flamingo“ zum Einsatz, die auch Ziele tief im russischen Staatsgebiet erreichen können. Vor diesem Hintergrund gewinnen Maßnahmen zum Schutz von Beschäftigten und kritischer Infrastruktur wie Serverräumen für russische Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Die Einführung modularer Schutzräume dürfte daher als Reaktion auf diese Entwicklung gesehen werden.
Die Schutzräume bestehen aus vorgefertigten Metallmodulen, die auf einer vorbereiteten Fläche montiert werden. Laut dem Unternehmen sind hierfür keine Erdarbeiten erforderlich. Bei Bedarf kann die Konstruktion mit Betonblöcken zusätzlich verstärkt werden, um die Widerstandsfähigkeit gegen Explosionen zu erhöhen.
Ein Basismodul hat eine Fläche von 25 Quadratmetern und bietet Platz für bis zu 50 Personen. Die Gesamtkapazität der Schutzanlage lässt sich durch die Kombination mehrerer solcher Module an den jeweiligen Bedarf anpassen. Laut RT-Projektnyje Technologii kann der KUB-M an bestehende Versorgungsnetze angeschlossen werden und ist zudem in der Lage, bis zu 48 Stunden autark betrieben zu werden. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein Überdruck-, ein Wasser- und ein Abwassersystem, eine Heizungsanlage sowie ein Dieselgenerator. Darüber hinaus ist das System für den Transport mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln, darunter Lastkraftwagen, ausgelegt. Dadurch soll eine schnelle Verlegung und Errichtung an verschiedenen Standorten ermöglicht werden.

Laut Wassili Suikow, dem Generaldirektor von RT-Projektnyje Technologi, werden die Module bereits in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt. Zugleich gebe es Interesse aus weiteren Industriezweigen sowie von anderen Auftraggebern. Zudem können die Schutzräume mit dem Schutzsystem „Pautina” („Spinnennetz”) kombiniert werden, wodurch sich das Schutzniveau weiter erhöht. Das modulare Pautina-System besteht aus Metallgitter-Segmenten, mit denen sich Gebäudeteile bis zu einer Höhe von 25 Metern umfassen lassen, sodass ein Abstand zwischen dem umsetzenden Gefechtskopf und der zu schützenden Struktur entsteht.
Kristóf Nagy

















