Absetzen von Fahrzeugen – Bundeswehr erprobt neue Fähigkeit für die Luftlandetruppe

Waldemar Geiger

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Der Waffenträger Wiesel wurde Anfang der 1990er Jahre in die Luftlandetruppe der Bundeswehr eingeführt. Nun wird ein Absetzsystem erprobt, mit dem die Fallschirmjäger das Waffensystem sowie weitere Fahrzeuge der Truppengattung zukünftig aus der A400M per Fallschirm in den Einsatzraum absetzen könnten. Wie aus einem jüngst veröffentlichten Video des Deutschen Heeres hervorgeht, erprobt die Wehrtechnische Dienststelle 61 des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw zusammen mit dem Amt für Heeresentwicklung und Kräften der Luftwaffe sowie der Luftlandebrigade 1 ein Schwerlastabsetzsystem für Fahrzeuge.

Bis dato verfügt die Bundeswehr über keine Fähigkeit, Fahrzeuge per Fallschirm in den Einsatzraum zu bringen. Im Rahmen von Luftlandeoperationen müssen die Fallschirmjäger somit erst Landebahnen freikämpfen, bevor Fahrzeuge in den Luftlandekopf angelandet werden können. Bis zu dieser Phase stehen der Truppe somit keine Fahrzeuge und die damit verbundenen Fähigkeiten, wie beispielsweise direkte taktische Feuerunterstützung, zur Verfügung. Dies würde sich mit der Einführung des neuen Schwerlastabsetzsystems ändern, so dass Gefechtsfahrzeuge zusammen mit den Fallschirmjägern und unabhängig von jeglicher Infrastruktur in den Luftlandekopf verbracht werden können.

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Wie in dem Video ersichtlich handelt es sich bei dem Absetzsystem um das modulare Rapid-Rig/De-Rig Schirmsystem des Typs ATAX des britischen Herstellers IrvinGQ. Neben den Fallschirmen, die die Fallgeschwindigkeit der Last begrenzen, reduzieren sogenannte Soft Landing Airbags die Stoßkräfte signifikant, um so Schäden am Material zu verhindern.

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Gegenüber der Nutzung herkömmlicher Energie Dissipierender Materialien (EDM) können die Airbags dem Hersteller zufolge wiederverwendet werden, zudem werden die Ladevorbereitungs- und Packzeiten durch Eliminierung unnötiger Takelage-Materialien signifikant verringert. Dadurch erhält das abgesetzte Fahrzeug eine „echte“ Drive-On-Drive-Off-Fähigkeit. Nach der Landung wird das Fahrzeug automatisch freigegeben, um von der separat abgesetzten Besatzung im weiteren Einsatz genutzt zu werden.

Mit der Einführung des ATAX würde die Bundeswehr die Fähigkeit der Luftlandetruppe sowie von Spezialkräften konsequent weiterentwickeln. Neben der aktuellen Fahrzeuggeneration könnten auch unbemannte Bodensysteme sowie in Einführung befindliche Fahrzeuge – beispielsweise die Luftlandeplattform Caracal oder die leichten, luftlandefähigen Einsatz-/Gefechtsfahrzeuge bzw. leichten, luftlandefähigen Unterstützungsfahrzeuge der Spezialkräfte – mittels des Systems in den Einsatz verbracht werden. Auch der designierte Wiesel-Nachfolger „Luftbeweglicher Waffenträger“, an dessen Neuansatz der Ausschreibung gut informierten Kreisen zufolge aktuell gearbeitet wird, könnte von dem ATAX profitieren.

Waldemar Geiger