TYTAN Technologies erhält 30 Millionen Euro aus Finanzierungsrunde für den Ausbau der Luftverteidigung

Anzeige

Das Rüstungs-Start-up TYTAN Technologies aus München hat heute den Abschluss einer europaweiten Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Millionen Euro bekanntgegeben. Wie das Unternehmen schreibt, hat sich damit die Gesamtfinanzierung auf 46 Millionen Euro erhöht. Die Runde wurde gemeinsam von den auf Verteidigung spezialisierten Fonds Armira und dem NATO Innovation Fund (NIF) geleitet und von den bestehenden Investoren Visionaries Club, OTB Ventures, Lakestar, Magnetic, D3 und 10x Group unterstützt, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Die Kapitalbeschaffung werde es TYTAN ermöglichen, seine Produktionskapazitäten in Deutschland, der Ukraine und verbündeten Märkten auszubauen, die Entwicklung seiner KI-gestützten Abfangsysteme zu beschleunigen und die Integration in alle Ebenen der Luftverteidigung voranzutreiben – einschließlich auf Flugkörpern basierenden Systeme der nächsten Generation.

Anzeige

Die Mitbegründer von TYTAN, Balazs Nagy und Batuhan Yumurtaci, werden mit den Worten zitiert: „Europa steht vor einer einmaligen Neugestaltung der Art und Weise, wie Luftverteidigung konzipiert, produziert und eingesetzt wird. Bei dieser Finanzierungsrunde geht es darum, nachhaltig die industriellen und technologischen Grundlagen für eine souveräne, KI-gestützte Luftverteidigungsarchitektur zu schaffen, die in Europa für Europa entwickelt wird.“

Anzeige

Kostengünstige und massenhaft eingesetzte unbemannte Systeme haben laut TYTAN die Wirtschaftlichkeit der modernen Luftverteidigung grundlegend verändert. Die ukrainischen Streitkräfte melden demnach regelmäßig Angriffe mit Hunderten von Shahed-Drohnen pro Tag, wobei Massenangriffe manchmal mehr als 500 Drohnen in einer einzigen Nacht umfassen.

Eine solche Dynamik erfordere Verteidigungslösungen, die einen nachhaltigen Masseneinsatz ermöglichen, anstatt nur episodisch auf hochgradige Bedrohungen zu reagieren.

Der ehemalige NATO-General Christian Badia, der dem Vorstand des Unternehmens beitritt, sagt laut Mitteilung: „TYTAN steht für eine neue Generation europäischer Verteidigungsunternehmen, die in der Lage sind, operative Erfahrung mit skalierbarer industrieller Umsetzung zu verbinden.“ Der Plattformansatz des Unternehmens biete die Fähigkeiten für eine moderne mehrschichtige Luftverteidigung.

Mit Aufträgen aus der Ukraine und einer wachsenden Nachfrage in Nord- und Osteuropa will TYTAN seine Produktionskapazitäten ausbauen und seine Lieferkettenpartnerschaften mit europäischen KMUs und führenden Verteidigungsunternehmen, darunter Hensoldt, KNDS, Deutz und Dedrone stärken.

Im Rahmen dieser Expansion werde Tahsin Kart als Co-CEO zu TYTAN kommen. Kart war laut Mitteilung zuvor CTO bei CycloTech und leitender Ingenieur bei Roketsan Missiles und bringt umfangreiches Fachwissen in den Bereichen Antrieb und Raketensysteme mit. Er soll die industrielle Skalierung der Luftverteidigungslösungen der nächsten Generation von TYTAN leiten.

Seit seiner Gründung im Jahr 2023 ist TYTAN in der Ukraine tätig und hat nach eigenen Angaben mehrere Regierungsaufträge erhalten, darunter Beschaffungsverträge über die Lieferung von Tausenden von METIS-Abfangdrohnen an die ukrainischen Streitkräfte. In Deutschland wurde TYTAN demnach vom BAAINBw mit der Lieferung von KI-basierter Kommando- und Kontrollinfrastruktur sowie Effektor-Systemen zum Schutz militärischer Einrichtungen beauftragt, hartpunkt berichtete.
lah