Nachdem Ende des vergangenen Jahres die benötigten Haushaltsmittel durch den Bundestag freigeben wurden, hat das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw entsprechende Änderungsverträge mit den Lieferanten des sogenannten Systems Sturmgewehr Bundeswehr – Bestehend aus den Anteilen Waffe, Optik und Laser-Licht-Modul – abgeschlossen. Wie hartpunkt in der Vergangenheit berichtete, beinhalteten die Änderungsverträge neben der Stückzahlerhöhung der Rahmenverträge auf bis zu 250.000 Sturmgewehre, Hauptkampfvisiere und Laser-Licht-Module, auch durchaus signifikante Preiserhöhungen.
Nun hat das BAAINBw im Rahmen seiner Veröffentlichungen auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED die genauen Vertragsvolumen für die neuen Rahmenvereinbarungen mitgeteilt. Interessanterweise jedoch nur die maximal möglichen
Auftragswerte für die Optiken und die Laser-Licht-Module – bis dato wurde nur ein Teil der möglichen Liefermengen fest beauftragt –, während man von der Veröffentlichung des Sturmgewehr-Vertragsvolumens wegen geschäftlicher Interessen eines Wirtschaftsteilnehmers Abstand genommen hat. Beim Laser-Licht-Modul wurde hingegen in der TED-Bekanntmachung ein Höchstwert der Rahmenvereinbarung mit 412.531.344,70 Euro hinterlegt. Bei der Optik sind es 605.870.352,94 Euro. Dabei handelt es sich um Nettobeträge ohne Mehrwertsteuer.
Aus den nun erfolgten Mitteilungen des Bundeswehr-Beschaffungsamtes geht hervor, dass ein 2. Änderungsvertrag zum bestehenden Rahmenvertrag zur Beschaffung von Sturmgewehren G95A1 und G95KA1 sowie Zubehör zur Stückzahlerhöhung, Umsetzung technischer Änderungen sowie einer Leistungserweiterung mit der Oberdorfer Waffenschmiede Heckler & Koch geschlossen wurde. Die Leistungsanpassungen des 2. Änderungsvertrages betreffen die Stückzahlerhöhung von 118.718 Stück auf 250.000 Stück, die Umsetzung technischer Änderungen auf Grundlage die Erkenntnisse aus der Integrierten Nachweisführung sowie zusätzlich zu vereinbarende Leistungsanteile, die nicht weiter spezifiziert wurden.
Weiterhin wurde mit der Rheinmetall Soldier Electronics GmbH ein 1. Änderungsvertrag zum bestehenden „Rahmenvertrag Laserlichtmodul (LLM), System Sturmgewehr der Bundeswehr“ geschlossen. Die Leistungsanpassungen des Änderungsvertrages betreffen die Anpassung der LLM-Sätze auf den aktuellen Konstruktionsstand sowie eine Erhöhung der Stückzahl. Einer Rheinmetall-Pressemitteilung vom Dezember 2025 zufolge, wurde die Stückzahl ebenfalls auf 250.000 Laser-Licht-Module angehoben. Dem BAAINBw zufolge beläuft sich der Höchstwert der Rahmenvereinbarung auf 412.531.344,70 Euro (Netto), was inklusive Mehrwertsteuer 490,91 Millionen Euro entspricht.
Zudem wurde mit der LEONARDO Germany GmbH ein 1. Änderungsvertrag zum bestehenden Rahmenvertrag geschlossen, der eine Anpassung der Optik auf den aktuellen Konstruktionsstand der Hauptkampf- und Reflexvisiere (Kombigerät) sowie die Stückzahlerhöhung auf 250.000 Stück beinhaltet. Dabei handelt es sich um ein ELCAN Specter DR 1-4x Visier in Kombination mit dem Rotpunktvisier des Typs ACRO P2 des schwedischen Herstellers Aimpoint. LEONARDO Germany fungiert für das Vorhaben als Generalunternehmen und ist dazu eine strategische Partnerschaft mit dem Hersteller der Optik Raytheon-Elcan, zugehörig zum US-Rüstungskonzerns RTX, eingegangen. Dem BAAINBw zufolge beläuft sich der Höchstwert der Rahmenvereinbarung auf 605.870.352,94 Euro (Netto), was inklusive Mehrwertsteuer 721 Millionen Euro entspricht.
Waldemar Geiger














