Territoriale Flugkörperabwehr: System Arrow erreicht Anfangsbefähigung

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Die Bundeswehr hat heute am Standort Schönewalde mit dem Arrow-Luftverteidigungssystem (AWS-G: Arrow Weapon System – Germany) die sogenannte Anfangsbefähigung erreicht. Damit erweitere die Luftwaffe die Luftverteidigungsarchitektur oberhalb des Abfangbereichs der vorhandenen Patriot-Systeme um die „Territoriale Flugkörperabwehr“, schreibt das BMVg in einer Mitteilung.  

Im Falle eines möglichen Konflikts sei Deutschland aufgrund der zentralen geografischen Lage potenziell durch ballistische Waffensysteme großer Reichweite bedroht, heißt es weiter. Mit der Beschaffung des AWS-G erlange Deutschland erstmals die Fähigkeit zur Frühwarnung vor und Bekämpfung von exoatmosphärisch, also außerhalb der Erdatmosphäre in einer Höhe von über 100 km anfliegenden Flugkörpern. In der Zielstruktur könne das System das gesamte Territorium Deutschlands, die Bevölkerung und kritische Infrastruktur gegen diese ballistischen Raketen rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr schützen, heißt es in der Mitteilung. Mit Arrow werde auch die „Drehscheibe Deutschland“ geschützt, über die im Ernstfall wichtige Truppen- und Materialbewegungen stattfinden sollen.

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Der Betrieb des AWS-G ist eine Dauereinsatzaufgabe der Luftwaffe, die dafür Hand in Hand mit den Heimatschutzkräften, aber auch mit den Behörden der Inneren Sicherheit zusammenarbeitet. Der Mitteilung zufolge besteht das von der Bundeswehr beschaffte AWS-G aus einem Kontrollzentrum, Radargeräten und Abschussvorrichtungen mit dem für diese Aufgabe optimierten Abfangflugkörper vom Typ Arrow 3.

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Das System wurde in einer israelisch-amerikanischen Kooperation entwickelt und nun erstmalig von Israel exportiert. Dies sei ein deutliches Signal der Verbundenheit und binationalen Partnerschaft zwischen Israel und Deutschland, schreibt das BMVg.

Das System werde nun in einer Anfangsbefähigung betrieben. In den nächsten Monaten und Jahren werden den Angaben zufolge zusätzliche Einsatzstellungen in Deutschland aufgebaut und das System so erweitert. Dafür werden aktuell bereits weitere Standorte vorbereitet. Die Verteilung auf mehrere strategisch ausgewählte Standorte bietet eine optimale Abdeckung des gesamten Territoriums der Bundesrepublik, eine hohe Wirksamkeit sowie die notwendige Resilienz im Falle von Ausfällen, Störungen oder Sabotage. Beobachter erwarten die Nutzung von Standorten in Bayern und  Schleswig-Holstein für weitere Arrow-Systeme. Überdies plant die Luftwaffe, perspektivisch den in Entwicklung befindlichen Flugkörper Arrow 4 einzuführen, der den Arrow 3 ergänzen soll und den gleichen Launcher nutzt. Arrow 4 soll in Israel den Flugkörper Arrow 2 ersetzen.

Verteidigungsminister Boris Pistorius wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Mit dem neuen Arrow-System erweitern wir unsere Luftverteidigung um die äußere Schale. Wir erlangen damit erstmals die Möglichkeit zur Frühwarnung und zum Schutz unserer Bevölkerung und Infrastruktur vor weitreichenden ballistischen Raketen. Mit dieser strategischen Fähigkeit, die im Kreis unserer europäischen Partner einmalig ist, sichern wir unsere zentrale Rolle im Herzen Europas. Damit schützen wir also nicht nur uns, sondern auch unsere Partner. Wir stärken damit den europäischen Pfeiler der NATO und übernehmen ein NATO-Planungsziel.“

Der Minister dankte den israelischen und US-amerikanischen Partnern für die Unterstützung, vor allem aber auch den eigenen Soldatinnen und Soldaten sowie den zivilen Angehörigen, die dieses Projekt realisiert haben. „Die Einführung einer komplett neuen und hochtechnologischen Fähigkeit, verbunden mit umfangreichen Baumaßnahmen, ist ein Kraftakt. Sie haben es mit viel Hingabe und Energie im Zeitplan geschafft. Erst vor rund zwei Jahren wurde der Vertrag geschlossen, jetzt ist bereits die Anfangsbefähigung erreicht. Gemeinsam zeigen wir, dass wir komplexe Vorhaben in kurzer Zeit realisieren können“, so Pistorius.
lah