Mit der Unterzeichnung eines Regierungsabkommens zwischen Deutschland und Kanada ist am 14. November ein entscheidender Schritt zur Modernisierung des Führungs- und Waffeneinsatzsystems (FüWES) aller Überwasserplattformen der Deutschen Marine vollzogen. Wie das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw in einer Mitteilung ausführt, markiert das Projekt einen zentralen Meilenstein für die Vereinheitlichung der Technik, digitale Zukunftsfähigkeit der maritimen Streitkräfte gemeinsam mit dem NATO-Partner Kanada.
Das FüWES gilt als das „IT-Herzstück“ moderner Marineschiffe. Es verknüpft sämtliche operationellen und technischen Subsysteme und ist damit ausschlaggebender Faktor für die Kampfkraft und Führungsfähigkeit einer Einheit.
Ziel des Projektes sei die Standardisierung der bislang heterogenen Systemlandschaft sowie die Rückführung der Systemhoheit an den öffentlichen Auftraggeber, heißt es weiter. Das Vorhaben werde als KAT-B-Projekt mit einer Laufzeit von rund 25 Jahren und einem Projektvolumen von über eine Milliarde Euro realisiert.
Das System, das künftig auf allen deutschen Schiffen und Booten zum Einsatz kommen soll, wurde von der Royal Canadian Navy bei der Firma Lockheed Martin Kanada beauftragt, eingeführt und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Es zeichnet sich laut Mitteilung durch hohe Skalierbarkeit, Modularität, die Verwendung von Standard-Hard- und Softwarekomponenten sowie regelmäßige Softwareupdates aus.
Im Rahmen des Regierungsabkommens werde Deutschland umfassende Nutzungsrechte erhalten, schreibt das BAAINBw. Die Kooperation mit dem NATO-Partner Kanada umfasse nicht nur den Systemtransfer, sondern auch gemeinsame Weiterentwicklung, Kostenteilung und operative Zusammenarbeit. Damit wird die Interoperabilität innerhalb des Bündnisses gestärkt und ein nachhaltiger Technologietransfer gesichert, wie es heißt.
Unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung beginnt laut Mitteilung eine Initialisierungsphase, in der die wesentlichen fachlichen und technischen Grundlagen für die spätere Integration auf den Plattformen geschaffen werden. Diese Phase bildee zudem die Basis für die zeitnahe Einrichtung landgestützter Test-, Referenz- und Schulungsanlagen.
Ab dem Jahr 2027 sind die ersten Maßnahmen zur Einrüstung auf ausgewählten Schiffen und Booten vorgesehen. Langfristig sollen alle bestehenden und künftigen maritimen Überwasserfähigkeitsträger, einschließlich der neuen Fregattenklasse F127, mit dem standardisierten FüWES ausgerüstet werden.
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