Kroatische Streitkräfte wollen Skyctrl-Drohnenabwehrsysteme beschaffen

Kristóf Nagy

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Der kroatische Mischkonzern Končar soll zukünftig stationäre und mobile Drohnenabwehrsysteme an die kroatischen Streitkräfte liefern. Dies gab das Unternehmen am 31. Oktober in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach sollen die Systeme im Gesamtwert von 125 Millionen Euro auf Basis der Technologie des polnischen Unternehmens Advanced Protection Systems (APS) bis 2029 geliefert werden.

Der 1921 ursprünglich als Hersteller von Elektronik-Komponenten gegründete Konzern Končar soll zukünftig als Systemintegrator und auch als Hersteller von bestimmten Komponenten des zu beschaffenden Drohnenabwehrsystems fungieren. Dazu beabsichtigt das kroatische Verteidigungsministerium zeitnah einen Rahmenvertrag mit Končar zu schließen. Hierzu ist auch ein Aufbau von Fertigungskapazitäten und ein Transfer von Technologien vorgesehen.

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Bei dem zu beauftragenden Drohnenabwehrsystem handelt es sich mit dem Sachverhalt vertrauten Kreisen zufolge um den Skyctrl-Sensor-Effektor-Verbund des polnischen Herstellers Advanced Protection Systems. Skyctrl ist APS zufolge dazu ausgelegt, unbemannte Luftfahrzeuge (UAS) zu erkennen, zu verfolgen und im Bedarfsfall zu neutralisieren. Der Hersteller bietet eigenen Angaben zufolge mehrere Modifikationen an, sodass Skyctrl an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden kann.

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Die Detektion und Zielverfolgung erfolgt dem Hersteller zufolge durch die sogenannte 3D-MIMO-Radartechnologie. Diese kombiniert mehrere Sender und Empfänger (Multiple-Input Multiple-Output), um Objekte in allen drei Dimensionen zu lokalisieren und so Entfernung, Geschwindigkeit und Winkel zu ermitteln. Als weitere Sensorik verfügt Skyctrl über eine akustische Detektionsmöglichkeit, welche APS zufolge mit einem ukrainischen Partner auf Grundlagen von Kriegserfahrungen entwickelt wurde. Über eine digitale Anbindung kann das System zudem an ein Führungssystem (C2) angeschlossen werden.

Als Effektor ist standardmäßig ein Herstellerangaben zufolge hochgradig automatisierter und proprietärer Störsender integriert. Dieser sei in der Lage, sowohl die Funkverbindung zu Bodenstationsstation, als auch eine satellitenbasierte Navigation auch von elektronisch gehärteten Drohnen zu unterdrücken. Laut Mitteilung soll in der ersten Phase, welche bis Mitte 2027 realisiert werden soll, diese Ausführung von Skyctrl in bestehende Führungs- und Kontrollsysteme integriert werden. Darüber hinaus soll eine Härtung gegen Cyberangriffe und eine Integration von Künstlicher Intelligenz erfolgen. In einer zweiten Phase des Projekts sollen zwei mobile Versionen des Systems, die auch eine nicht näher bezeichneten 30-mm-Maschinenkanone und dazugehörige Feuerleitsysteme als kinetischen Effektor enhalten, beschafft werden.

Die geplante Beschaffung des Drohnenabwehrsystems ist Teil eines großen Rüstungspaketes der kroatischen Regierung, mit der zahlreiche Obsoleszenzen und Fähigkeitslücken beseitigt werden sollen. So beschafft das Land auf dem Balkan 44 Kampfpanzer Leopard 2A8 und 18 Radhaubitzen Caesar MK2. Mit den beiden stationären Skyctrl-Systemen, welche zuerst zulaufen sollen, beabsichtigen die kroatischen Streitkräfte indes gut unterrichteten Kreisen zufolge, die Flughäfen Zagreb und Split abzusichern.

Kristóf Nagy