FTS mit der Lieferung einer neuen Spezialkräftefahrzeugfamilie an die Spezialkräfte der Bundeswehr beauftragt

Waldemar Geiger

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Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hat diese Woche mit der Flensburg Technology Systems GmbH (FTS) – einem Joint Venture zwischen der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH und der staatlichen IAI Israel Aerospace Industries/ELTA – einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 200 leichten luftlandefähigen Fahrzeugen für die Spezialkräfte der Bundeswehr geschlossen. Dies geht aus einer heutigen Mitteilung des BAAINBw hervor.

Die dafür notwendigen Haushaltsmittel hat der Haushaltsausschuss des Bundestages bereits am 8. Oktober 2025 freigegeben. In einem ersten Schritt werden gut informierten Kreisen zufolge 40 sogenannte leichte, luftlandefähige Einsatz-/Gefechtsfahrzeuge (EGF) sowie 14 leichte, luftlandefähige Unterstützungsfahrzeuge (UstgFzg) und ein Sonderwerkzeugsatz sowie Dokumentations- und weitere Dienstleistungen im Wert von rund 30 Millionen Euro fest beauftragt. Die Lieferung weiterer Fahrzeuge und Werkzeugsätze ist als Option vorgesehen, hartpunkt berichtete. Dem BAAINBw zufolge sollen die Fahrzeuge der Truppe bis Ende 2028 zulaufen und so die Einsatzbereitschaft der Spezialkräfte steigern. Insgesamt können aus der auf sieben Jahre ausgelegten Rahmenvereinbarung bis zu 150 EGF und bis zu 50 UstgFzg sowie Sonderwerkzeugsätzen abgerufen werden.

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Bei den Fahrzeugen handelt es sich um hochmobile, geländegängige, ungeschützte zweiachsige Fahrzeuge der 3,2 Tonnen Klasse mit offenem Aufbau (Überrollschutzkäfig). „Das Fahrzeugsystem vereint Geländegängigkeit und Vielseitigkeit, um den operativen Anforderungen der Spezialkräfte von Heer, Luftwaffe und Marine gerecht zu werden und schließt die Fähigkeitslücke im Bereich der taktischen Mobilität nach Luftlandung“, schreibt das BAAINBw in seiner heutigen Mitteilung.

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Das leichte luftlandefähige Einsatz-/Gefechtsfahrzeug weist drei Sitze auf und verfügt zudem über eine Hauptlafette (horizontales Richten elektrisch unterstützt) zur Einrüstung eines schweren 12,7mm-Maschinenegewehrs, eines MG6 oder einer Granatmaschinenwaffe. Das für den Materialtransport vorgesehene leichte luftlandefähige Unterstützungsfahrzeug wird hingegen über keine Hauptlafette und nur zwei Sitze verfügen.

Einer heutigen FTS-Mitteilung zufolge wird die Fahrzeugklasse firmenintern als TAHR, eine ziegenartige Huftierart aus dem Himalaya-Gebirge, bezeichnet. „Entwickelt, um den spezifischen operativen Anforderungen des Kommandos Spezialkräfte (KSK) gerecht zu werden, ist der TAHR eine leichte 4×4-Plattform, die extreme Geländegängigkeit, schnelle Beschleunigung und außergewöhnliche Stabilität vereint“, heißt es dazu in der FTS-Mitteilung. Zudem gibt das Unternehmen an, dass das Fahrzeug auch weiteren internationalen Kunden angeboten.

Die neue TAHR-Spezialkräfte-Fahrzeugfamilie wird auf Basis der einsatzerprobten Z-Familie von All-Terrain-Fahrzeugen von IAI Israel Aerospace Industries/ELTA (IAI) realisiert. Konkret handelt es sich dabei um die Variante ZD. IAI bewirbt den ZD als ultraleichtes Kommandofahrzeug, welches sich im militärischen Einsatz bewährt haben soll. Es verfügt über eine durch die Besatzung abnehmbare Winde mit Befestigungspunkten an der Fahrzeugfront, am Fahrzeugheck und in der Fahrzeugmitte, einen einklappbaren Überrollbügel und ein einfaches Wartungs- bzw- Reparaturkonzept, welches sich auf „weit verbreitete“ COTS-Ersatzteile abstützt. Das zulässige Gesamtgewicht des mit einem 2,4-Liter-Ecotecmotor oder 2,8-Liter-Dieselmotor ausgestatteten ZD wird mit 3,1 Tonnen angegeben, wobei das Leergewicht mit 1,6 Tonnen angegeben wird.

Waldemar Geiger