Modernisierte Kampfbekleidungssätze Streitkräfte – Lieferverträge werden in Kürze vergeben

Waldemar Geiger

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Für den Einsatz im Gelände ist das Gros der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr mit dem sogenannten Kampfbekleidungssatz Streitkräfte (KBS SK) ausgestattet. Dabei handelt es sich um Kampfuniformen, deren Entwicklung zwar bereits 2006 begann, die der Truppe aber erst als Reaktion auf die Vollinvasion Russlands in die Ukraine in Form einer vorgezogenen Vollausstattung bis 2025 in großem Umfang zur Verfügung gestellt wurde.

Seitdem hat sich sowohl technologisch, aber auch regulatorisch einiges getan: Bestimmte Chemikalien sind nicht mehr oder bald nicht mehr verfügbar, so dass Anpassungen an den Materialien vorgenommen werden müssen. Zudem haben sich auch die Bedürfnisse der Truppe weiterentwickelt.

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Da die bisherigen KBS-SK-Rahmenverträge auslaufen, wurden 2024 neue Rahmenverträge ausgeschrieben, die nun in Kürze vergeben werden sollen. Von der für die Beschaffung von Bundeswehrbekleidung zuständigen BW Bekleidungsmanagement GmbH wurden mehrere Lose für die Herstellung und Lieferung von Kampfhosen, Kampfjacken und Kampfjacken, lang sowie ein einmaliger Entwicklungsauftrag des Kampfanzuges Damen auf Basis des Kampfanzug KBS SK Herren ausgeschrieben. Für die Rahmenverträge wurde im vergangenen Jahr der Zeitraum vom 1. März 2025 bis 28. Februar 2029 mit dreimaliger Möglichkeit zur Verlängerung um jeweils 1 Jahr angegeben.

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Wie mehre gut unterrichtete Personen gegenüber hartpunkt bestätigen, soll der Entwicklungsauftrag für die Damen-Kampfanzüge an die Hexonia GmbH gehen, einen im nordrhein-westfälischen Nettetal beheimateten Spezialisten für Bekleidung und persönliche Ausrüstung. Auch die Lieferaufträge der einzelnen Lose sollen Anfang September bis auf eine Ausnahme an Unternehmen bezugschlagt werden, deren Namen in Verbindung mit Bundeswehrkampfbekleidung bekannt sind. Die Auflistung der aus dem Wettbewerb hervorgegangenen Sieger findet sich in der unten aufgeführten Tabelle. Die beabsichtigte Vergabe von Los 3 (Kampfhose) an die Salt-FT GmbH stellt hingegen eine Überraschung dar. Das Unternehmen ist in Vergangenheit nicht in Verbindung mit der Entwicklung und Produktion von Kampfuniformen in Erscheinung getreten. Daten aus dem Unternehmensinformationsportal North Data zufolge liegt die Kompetenz des Unternehmens eher im Textilhandel. Ein vom gleichen Geschäftsführer geleitetes Unternehmen war laut Northdata bis zur Liquidation vor wenigen Jahren auf den Bereich der Damen-Umstandsbekleidung spezialisiert.

Bemerkenswert ist zudem der Umstand, dass die Herstellung von Kampfbekleidung in Europa, geschweige denn in Deutschland, weiterhin als nicht wettbewerbsfähig erscheint. Wie es aus Insiderkreisen heißt, sollen alle neun vergebenen Lose entweder in Afrika oder in Asien gefertigt werden. Die Gewichtung des Zuschlagskriteriums Preis lag bei dieser Ausschreibung bei 50 Prozent.

LosArtikelMindestbestellmengeOptionAuftrag geht an
1Kampfhose77.155182.551Hexonia
2Kampfhose77.155182.551Scharrer
3Kampfhose77.155182.551Salt-FT
4Kampfhose77.155182.551Schoeffel
5Kampfjacke, lang51.43776.961Hexonia
6Kampfjacke, lang51.43776.961Wahler
7Kampfjacke82.300123.137Hexonia
8Kampfjacke61.72392.354Ziegler
9Kampfjacke61.72392.354Scharrer

Wie es heißt, werden die ersten Abrufe aus den Rahmenverträgen gegen Ende September erwartet. In diesem Zusammenhang wird es auch interessant zu sehen sein, in welchem Tarndruck die Bestellung der neuen Kampfuniformen erfolgt. Die Ausschreibung sah die Möglichkeit des Abrufes in allen drei Tarnmustern der Bundeswehr – 3-FTD, 5-FTD und Mulittarn – vor.

Die Bundeswehr hat erst kürzlich entschieden, dass der Multitarndruck zukünftig querschnittlich in die Truppe eingeführt werden soll, hartpunkt berichtete exklusiv. Durch den Abruf der ersten Lieferlose im Multitarndruck könnte die verkündete Absicht nun umgesetzt werden.

Waldemar Geiger