Die U.S. Army hat ein bewaffnetes, vierbeiniges, unbemanntes Bodensystem (Quadruped Unmanned Ground Vehicle, Q-UGV) – auch unter der Bezeichnung Schreitroboter bekannt – zur begrenzten Erprobung durch das U.S. Special Operations Command (USSOCOM) freigegeben. Grundlage hierfür ist ein sogenannter Limited Safety Release, der nach einer sicherheitstechnischen Bewertung durch das U.S. Army Test and Evaluation Center (ATEC) erteilt wurde. Damit wird erstmals in den US-Streitkräften ein bewaffneter Schreitroboter dieser Klasse in eine operative Testphase überführt.
Bei dem System handelt es sich um das Modell CODiAQ (Controller Operated Direct Action Quadruped) des australischen Herstellers Skyborne Technologies. Das Vorhaben basiert auf einem Entwicklungs- und Erprobungsvertrag mit einem Volumen von rund 6,5 Millionen US-Dollar. Inbegriffen sind insgesamt 14 Roboterplattformen sowie 28 modulare Bewaffnungsmodule, die in mehreren Trainings- und Evaluationszyklen unter realitätsnahen Einsatzbedingungen erprobt werden sollen.
Laut Herstellerangaben ist CODiAQ als hochmobile Bodenplattform konzipiert, die insbesondere dort eingesetzt werden soll, wo klassische bemannte Kräfte einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Dazu zählen Innenräume und Gebäudestrukturen, stark zergliedertes urbanes Gelände sowie schwer zugängliches oder unübersichtliches Terrain wie Tunnel. Die Plattform ist modular ausgelegt und erlaubt die Integration unterschiedlicher Sensor- und Effektorsysteme. Dadurch lässt sich das Einsatzprofil flexibel anpassen. Im Zentrum steht dabei laut Hersteller die Fähigkeit, als ferngesteuerte Unterstützungskomponente für spezialkräftetypische Direct-Action-Einsätze zu dienen.
Die nun freigegebene Phase umfasst eine operative Erprobung durch Einheiten des USSOCOM sowie eine begrenzte, nicht näher erläuterte multinationale Beteiligung. Nach derzeitigen Planungen sollen die ersten Schüsse im Oktober 2026 abgegeben werden. Im Rahmen der Evaluation sollen die Systeme unter anderem unter realistischen Gefechtsbedingungen hinsichtlich ihrer taktischen Leistungsfähigkeit und der Führbarkeit durch Bediener unter Stress erprobt werden. Zudem sollen sicherheitsrelevante Aspekte des Waffeneinsatzes untersucht werden. Laut Hersteller wird zukünftig auch die Erprobung der Integration in bestehende Führungs-, Aufklärungs- und Zielsysteme eine zentrale Rolle spielen.
Die Freigabe der erweiterten Erprobung von CODiAQ ist daher auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Priorisierung unbemannter Bodensysteme innerhalb der US-Streitkräfte zu sehen. Während bislang vor allem rad- und kettenbasierte Plattformen im Vordergrund standen, erweitert sich das Portfolio zunehmend um hochmobile, biomimetische Systeme. Vierbeinige UGVs werden dabei insbesondere aufgrund ihrer potenziell höheren Beweglichkeit im komplexen Gelände und ihrer vergleichsweise flexiblen Einsetzbarkeit in engen Räumen bevorzugt.
Gleichzeitig befindet sich diese Systemklasse weiterhin in einer frühen Phase der operativen Reife, vornehmlich im Hinblick auf Waffenintegration, Führungslogik und Einbindung in bestehende Doktrinen. Sollte sich das System im Rahmen der Erprobung bewähren, wäre mittelfristig mit einer stärkeren Integration quadrupedaler UGVs in USSOCOM-Strukturen zu rechnen – insbesondere als ergänzende Fähigkeit für kleine, hochmobile Teams.
Kristóf Nagy


















