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Saab steigt aus Wettbewerb um neues Kampfflugzeug aus

Der schwedische Hersteller Saab hat heute die Schweizer Rüstungsbehörde armasuisse darüber informiert, dass er an der Flug- und Bodenerprobung für ein neues Kampfflugzeug in Payerne nicht teilnehmen wird. Wie armasuisse in einer Mitteilung weiter schreibt, war die  Erprobung für den Gripen E vom 24. bis 28. Juni 2019 geplant. Mit der Nichtteilnahme an der Flug- und Bodenerprobung scheide der Gripen E aus dem Evaluationsverfahren aus. „Ein Nachholen der Flug- und Bodenerprobung zu einem späteren Zeitpunkt würde der Gleichbehandlung aller Kandidaten widersprechen und ist keine Option“, heißt es von armasuisse. In der Evaluation verbleiben damit die vier Kandidaten Airbus (DE), Boeing (USA), Dassault (FRA) und Lockheed Martin (USA).

Seit Anfang 2018 steht armasuisse nach eigenen Angaben in regelmäßigem Austausch mit allen Bewerbern und hat sowohl den Prozess wie auch die Kriterien aufgezeigt. Spezialisten von armasuisse und der Schweizer Luftwaffe seien aufgrund aktueller Informationen und Analysen zum Reifegrad und der Integration der Subsysteme zum Schluss gekommen, dass mehrere der vorgesehenen Missionen nicht zielführend durchgeführt werden könnten. Aus diesem Grund habe armasuisse Saab empfohlen, sich aus der Evaluation zurückzuziehen. Offenbar sei Saab in einer eigenen Abschätzung auch zum Schluss gekommen, an der Flug- und Bodenerprobung nicht teilzunehmen.

Die Erkenntnisse aus der Analyse- und Erprobungs-Phase wird armasuisse nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit Armeestab, Luftwaffe, Logistikbasis der Armee und der Führungsunterstützungsbasis in Fachberichten für jeden Kandidaten separat zusammenfassen. Diese Fachberichte bilden die Grundlage für einen Vergleich zwischen den Kandidaten, der im zweiten Halbjahr 2020 durchgeführt wird. Die Fachberichte dienen auch dazu, für jeden Flugzeugtyp die erforderliche Flottengröße zu bestimmen.

armasuisse wird nach gegenwärtigem Zeitplan auf dieser Grundlage eine zweite Offertanfrage erstellen und den Kandidaten übergeben. Mit den Erkenntnissen aus der zweiten Offerte wird armasuisse die Kandidaten auf Basis der Fachberichte miteinander vergleichen und den Gesamtnutzen pro Kandidat ermitteln. Dann wird der Evaluationsbericht erarbeitet, in dem der jeweilige Gesamtnutzen den Beschaffungs- und Betriebskosten für 30 Jahre gegenübergestellt wird. Der Typenentscheid erfolgt durch die Schweizer Regierung,  den Bundesrat.
lah/12/13.6.2019