Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat 51 Prozent am kroatischen Hersteller für unbemannte Bodensysteme DOK-ING übernommen. Wie das Unternehmen in einer heutigen Mitteilung schreibt, behält der Gründer und bisherige Alleineigentümer des Unternehmens, Vjekoslav Majetić, die restlichen Anteile Höhe von 49 Prozent. Zur Höhe des Kaufpreises haben beide Seiten nach Angaben von Rheinmetall Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht zudem unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden.
„Aus der Kombination von Rheinmetalls Knowhow im Bereich der taktischen Fahrzeuge und DOK-INGs Fähigkeiten bei unbemannten Fahrzeugen erwächst eine einzigartige Kompetenz, die uns erhebliche Zukunftspotentiale eröffnet. Gleichzeitig schaffen wir uns ein Standbein im EU- und NATO-Partnerstaat Kroatien und erschließen uns den Zugang zu diesem hochinteressanten Kundenland“, wird Dr. Björn Bernhard, CEO der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe in der Mitteilung zitiert.
„In Kroatien entsteht nun unser Kompetenzzentrum im Bereich der unbemannten und autonomen Fahrzeuge für militärische Anwendungen. Unser Ziel ist es, in dieser neuen Aufstellung eine starke Marktposition im Segment der unbemannten Kampf- und Kampfunterstützungsfahrzeuge zu erreichen. Wir sehen hier einen wachsenden Zukunftsmarkt und starten zum idealen Zeitpunkt, um im weltweiten Markt mit unseren neuen Produkten erfolgreich zu sein. Laufende und geplante Beschaffungsvorhaben in vielen Ländern bestätigen uns das“, so Björn Bernhard weiter.
Rheinmetall und DOK-ING hatten ursprünglich am 28. Oktober ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Gründung eines Joint Ventures zur Entwicklung unbemannter und ferngesteuerter Kampf- und Kampfunterstützungsfahrzeuge unterzeichnet, hartpunkt berichtete.
Rheinmetall zufolge ist die neu entwickelte modulare, schwere Hybrid-Plattform Komodo von DOK-ING, die Basis der gemeinsamen Aktivitäten. Das System verfügt über eine Nutzlast von über 8,5 Tonnen. Rheinmetall steuert verschiedene Funktionsmodule und Ausrüstungssätze bei, darunter solche für direktes und indirektes Feuer, Minenräumen und -legen, Aufklärungssensorik, Logistik, etc..
In der neuen Konstellation planen DOK-ING und Rheinmetall eigenen Angaben zufolge die Entwicklung einer Vielzahl von Lösungen für Kampf- und Kampfunterstützungsoperationen. Dazu gehört, wie das Unternehmen schreibt, ein Projekt für ein unbemanntes bewaffnetes Unterstützungssystem (bekannt als „Wingman“), das zusammen mit Kampfpanzern und Schützenpanzern für Aufklärungs- und Feuerunterstützungszwecke eingesetzt werden soll. Diese Systeme werden auch zusammen mit bestehenden Rheinmetall-Produkten wie dem Kampfpanzer Panther KF51, dem Bergungspanzer Büffel/Buffalo und dem gepanzerten Pionierfahrzeug Kodiak eingesetzt werden.
Waldemar Geiger
















