Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall übernimmt nach eigenen Angaben die Muni Berka GmbH, einen in Dietersdorf im Bundesland Sachsen-Anhalt ansässigen Spezialisten im Bereich der Munitionsdelaborierung und -lagerung. Ziel der vertraglich vereinbarten Übernahme sei eine signifikante Erhöhung der konzerneigenen Lagerkapazitäten, die durch den deutlichen Aufwuchs der Produktion des Konzerns bei Munition und Komponenten erforderlich werde, teilt Rheinmetall mit.
Außerdem erweitere der Konzern mit dem Zukauf sein Netzwerk um Kapazitäten für die Entsorgung und das Recycling von Sprengstoffen und gewinne weitere Entwicklungs- und Forschungsexpertise im Bereich Explosivstoffe, Zünder und Pyrotechnik hinzu.
Der Mitteilung zufolge habendie Parteien über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Muni Berka unterhält neben Dietersdorf einen Standort in Ochtrup (Nordrhein-Westfalen). Die vorhandene Infrastruktur ermöglicht Rheinmetall eine direkte Ausschöpfung der erworbenen Kapazitäten ohne Zeitverlust und weitere Folgeinvestments.
Mit dem Erwerb steigert der Konzern nach eigenen Angaben seine Lagerkapazität für Rohmaterialien, wie Sprengstoff, aber auch für Projektile, Zünder, Primer und Treibladungsmodule – alles zusammen wird als „Full Shot“ bezeichnet – signifikant. Mit dem Zukauf sei Rheinmetall unmittelbar in der Lage, mehr als 1 Million 155mm- Projektile oder 500.000 Stück 155mm Full Shots dauerhaft einzulagern. Dieser Aufwuchs sei insbesondere im Zusammenhang mit dem neuen Werk Niedersachsen am Standort Unterlüß erforderlich, wo zukünftig bis zu 350.000 Artilleriegranaten pro Jahr hergestellt werden sollen.
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, wird mit den Worten zitiert: „Zur Sicherung der strategischen Souveränität Deutschlands im Bereich der Munitionsherstellung schaffen wir in Unterlüß/ Niedersachsen eine nationale Produktionsstätte, die vor allem die Versorgung der Bundeswehr sicherstellen wird. Indem wir nun auch die erforderlichen Lagerkapazitäten erheblich erweitern, investieren wir ein weiteres Mal für die Sicherheit und die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes sowie der Partnerstaaten.“
Mit Ochtrup als großem Standort in Nordrhein-Westfalen und einem weiteren Werk in Deutschland fügen sich die übernommenen Standorte der Muni Berka in das Produktionsnetzwerk von Rheinmetall ein, wie es weiter heißt. Sogar die Produktion aus Spanien könne hier gelagert werden. Hier verfügt Rheinmetall seit dem Zukauf von Expal Munitions im August 2023 über sieben operative Standorte. Rheinmetall plant, bis 2030 bis zu rund 1,5 Millionen Artilleriegeschosse pro Jahr zu produzieren.
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