Rheinmetall soll weitere Soldatensysteme IdZ-ES an die Bundeswehr liefern

Waldemar Geiger

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Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestages am 15. April die entsprechenden Mittel freigegeben hat, hat das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw den Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall mit der Modernisierung vorhandener und der Lieferung weiterer Soldatensysteme des Typs „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System VJTF +“ (IdZ-ES VJTF +) beauftragt. Einer heutigen Pressemitteilung von Rheinmetall zufolge sieht der Auftrag die Modernisierung von bestehenden Systemen sowie die Lieferung von weiteren 237 Zugsystemen vor und hat einen Wert von 1,04 Milliarden Euro brutto. Der Abruf erfolgt aus einem aus einem im Februar 2025 mit Rheinmetall geschlossenem Rahmenvertrag.

Der Konzern geht zudem davon aus, dass in Kürze weitere Aufträge erfolgen werden, da der Haushaltsausschuss insgesamt Haushaltsmittel in einer Höhe von etwa 1,3 Milliarden Euro freigegeben hat.

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Rheinmetall zufolge werden die nun 237 bestellten Zugsysteme zwischen November 2027 und Dezember 2029 ausgeliefert. Ein Zugsystem umfasst dabei 35 einzelne Soldatensysteme sowie eine Zugausstattung an unterschiedlichen Peripheriekomponenten. In Summe können mit der Bestellung somit 8.600 Soldatinnen und Soldaten mit dem Soldatensystem ausgestattet werden.

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Wie hartpunkt bereits berichtete, wird das Soldatensystem IdZ-ES VJTF + über einige neue Fähigkeiten verfügen. Zentrales Element ist eine neue Schnittstellenbox mit zusätzlichen Anschlüssen. Diese Schnittstellenbox ist integriert im Rückenteil der Schutzweste auf einer neuen Rückenplatte. Auf Grundlage von Nutzungserfahrungen wurde die Rückenplatte zur Aufnahme des UHF-Funkgeräts (Soldatenfunkgerät) verbessert. Durch die Verstauung des UHF-Funkgeräts auf der Rückenplatte und Nutzung einer neuen Antenne, die hinten an der Schulter der Soldaten aus der Schutzweste herausragt, kann der Soldat weiteren Platz an den Seitenteilen der Schutzweste, beispielsweise für Kampfmittel, nutzen. Gleichzeitig ist das missionskritische Funkgerät, das vollständig über die Software des Systems fernbedient wird, geschützt.

Mit VJTF + wird die Truppe zudem einige neue Fähigkeiten erhalten. Dazu zählen beispielsweise tragbare Drohnenwarnsysteme des Typs Wingman 105. Das System warnt akustisch ad-hoc-über den Sprechsatz mit Gehörschutz als auch visuell im Battle Management System von vor funkgesteuerten Drohnen in der Nähe. Eine Richtungsbestimmung der Drohnen ist ebenfalls möglich. Die zentrale Energieversorgung des Soldatensystems wird durch eine neue Generation von Akkus verbessert. Durch eine ca. 40 Prozent höhere Akkuleistung wird jeder Soldat und jede Soldatin künftig nur vier anstatt sechs Batterien mitführen müssen. Zudem soll jeder Infanterist mit einem Laserwarnsystem ausgestattet werden, welches am Helm befestigt wird und den Träger warnt, wenn er durch ein Laserentfernungsmesser oder Laserzielbeleuchter angelasert wird.

Neu ist zudem die Möglichkeit, im Soldatensystem vorhandene Optroniken abgesetzt nutzen zu können. So wird es beispielsweise möglich sein, die Moskito-Optik auf einem Dreibein aufzustellen und diese in Kombination mit einem Laptop und dem im Satz enthaltenen Soldatenfunkgerät PNR-1000 D „unbemannt“ zur Überwachung eines Sektors einzusetzen. Personen, Fahrzeuge oder Drohen im Erfassungsbereich, werden so automatisiert erkannt und die Daten im BMS angezeigt. Jedes Zugsystem wird zudem eine Drohnenbedieneinheit SRoC 7 (Soldier Robotic Controller) bekommen, mit der zukünftig die Missionsplanung und Missionssteuerung von unterschiedlichen Aufklärungs- und Wirkdrohnen erfolgen soll. Über die Software zur Drohnensteuerung können mehrere unbemannte Systeme gleichzeitig gesteuert werden, sodass das Soldatensystem auch für die Integration neuer unbemannter Systeme vorbereitet ist.

Waldemar Geiger