OWE 500 Plus – kostengünstige Wirkmittel großer Reichweite für die Bundeswehr

Waldemar Geiger

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Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Schweden wollen gemeinsam Loitering Munition mit einer Reichweite von 500 km entwickeln und produzieren. Eine entsprechende Vereinbarung wurde heute nach Angaben des Verteidigungungsministeriums in Berlin am Rande des NATO-Verteidigungsminister-Treffens in Brüssel unterzeichnet. Wie es weiter heißt, wird das Vorhaben im Rahmen der europäischen Initiative zur Entwicklung von konventionellen Langstreckenwaffen „European Long Range Strike Approach“ (ELSA) realisiert.

In Fachkreisen wird das Vorhaben dem Vernehmen nach unter der Bezeichnung One Way Effector 500 Plus (OWE 500+) geführt. Die Idee besteht offenbar schnell eine Studie durchzuführen, die untersuchen soll, inwieweit eine gemeinsame, kostengünstige Plattform entwickelt werden kann, die mit nationalen Nutzlasten bestückt werden kann. Die Produktion der Flugkörper soll dabei in den unterschiedlichen Nutzernationen erfolgen, was sowohl der schnelleren Skalierung als auch der Resilienz der Produktionskapazitäten dienen soll, falls einzelne Standorte ausfallen sollten.

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Die generelle Idee scheint es wohl zu sein, ein Wirkmittel zu entwickeln, das kostengünstig in großen Stückzahlen beschafft und eingesetzt werden kann, um feindliche Abwehrfähigkeiten übersättigen zu können. Gut informierten Kreisen zufolge sollen die OWE 500+ in der Lage sein, Nutzlasten von rund 50 kg über eine Distanz von 500 km präzise ins Ziel zu bringen. Um die Kosten möglichst gering zu halten, sieht offenbar einer der Vorschläge vor, herkömmliche 155mm-Artilleriegranaten als Gefechtsköpfe für die Wirkmittel zu nutzen. Dem Vernehmen nach soll der angepeilte Stückpreis der Systeme im fünfstelligen Bereich liegen. Gleichzeitig sollen die Systeme intelligent genug sein, um die vorgegebenen Ziele ohne manuelle Steuerung anfliegen zu können. Ein Bediener soll eine zweistellige Anzahl an Wirkmitteln einsetzen können, wie es heißt.

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Auf deutscher Seite sollen die Waffensysteme gut informierten Kreisen zufolge durch das Heer zum Einsatz gebracht werden. Dies würde zu einer Ankündigung des Heeresinspekteurs, Generealleutnant Christian Freuding, vom vergangenen Jahr passen. Freuding sagte im Dezember im Rahmen eines Impulsvortrages bei einem parlamentarischen Abend des Förderkreis Deutsches Heer e.V., dass das Heer bis 2029 „eine Batterie als Kern einer künftigen Multi Domain Task Force aufstellen“ werde. Diese solle über Boden-Boden-Präzisionswirkmittel großer Reichweite verfügen. Deutschland hat der NATO gut informierten Kreisen zufolge die Aufstellung von drei solcher Batterien zugesagt.

Waldemar Geiger