Die Marineflieger der Deutschen Marine haben gestern den ersten neuen Bordhubschrauber vom Typ NH-90 MRFH Sea Tiger (Multi Role Frigate Helicopter) vom Hersteller Airbus Helicopters (über das Joint Venture NHIndustries) übernommen. Den Angaben der Bundeswehr zufolge, wurde der Sea Tiger speziell für die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung entwickelt.
Die Streitkräfte beschreiben das System als einen hochmodernen, leistungsfähigen und vielseitigen Bordhubschrauber, der einen technologischen Meilenstein für die U-Boot-Jagd und die Seekriegsführung aus der Luft markiert.
Bis 2030 sollen insgesamt 31 Waffensysteme Sea Tiger dem Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz zulaufen. Die Sea Tiger sollen die in die Jahre gekommene Flotte an Hubschraubern des Typs Mk88A Sea Lynx ablösen und als Bordhubschrauber für die Fregatten F124, F125 und F126 genutzt werden. Für die Fregatten der Klasse 123 müssen dann erstmal ohne eingeschifften Bordhubschrauber auskommen, da der Hangar zu klein für Hubschrauber dieser Klasse ist.
Der Sea Tiger ist die neueste Version des Marinehubschraubers NH90 NFH. Er wurde laut Hersteller speziell für die Anforderungen der Deutschen Marine zur Bekämpfung von U-Booten und Schiffen entwickelt. Zu den Neuerungen gehören ein neues elektro-optisches System und verbesserte elektronische Unterstützungsmaßnahmen (ESM). Darüber hinaus ist der Sea Tiger mit einem Tauchsonar, Sonarbojen, Torpedos und Flugkörper (geplant) ausgestattet.
Zu den Aufgaben des Sea Tigers gehört neben der Aufklärung und dem Transport auch die Bekämpfung von Zielen über und unter der Wasseroberfläche. Bei der geplanten Flugkörperbewaffnung soll es sich dem Vernehmen nach um den MBDA-Seezielflugkörper Marte ER handeln. Abgeleitet von Marte MK2/S wurde unter anderen bei Marte ER der Raketenmotor durch ein Turbotriebwerk ersetzt.
Bei Marte ER handelt es sich nach Angaben des Herstellers um allwettertauglichen Fire-and-Forget-Flugkörper mit halbautonomer Zwischenkursführung. Die Reichweite des 315 kg schweren Seezielflugkörpers mit aktivem Radarsuchkopf wird seitens MBDA mit über 100 km angegeben.
Je nach Missionsprofil kann der Hubschrauber entweder je einen Leichtgewichtstorpedo MU90 oder Marte ER-Flugkörper pro Außenträger aufnehmen.
Waldemar Geiger











