Neue Kooperation in den Bereichen Dual-Use und Sicherheitsinfrastruktur: Das Mitteldeutsche Institut für Sicherheitsindustrie (MISI) und das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE arbeiten ab sofort auf dem Gebiet der Verteidigungs- und Sicherheitsforschung eng zusammen. Die entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichneten Generalmajor a. D. Markus Kurczyk, Vorsitzender des MISI, und Prof. Christoph Igel, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer FKIE, wie aus einer Mitteilung des FKIE hervorgeht.
Ziel der Zusammenarbeit sei es, die Möglichkeiten der Wissenschaft und die Bedarfe der mitteldeutschen Industrie zu ermitteln und zusammenzuführen. Der Schwerpunkt liegt den Angaben zufolge auf Dual-Use-Technologien wie Drohnensystemen, Notstromlösungen und mobiler Medizintechnik. Hinzu kommen Bereiche kritischer Infrastruktur, u. a. Kommunikationsnetze, Straßen-, Schienen- und Logistiksysteme oder Versorgung.
Geplant sind laut Mitteilung außerdem der Aufbau von Informations- und Innovationsnetzwerken aus Industrie, Forschung und Politik in der Region. Fraunhofer FKIE und MISI wollen dazu gemeinsame Austausch-, Analyse- und Feedbackformate für Wissenschaft und Wirtschaft schaffen.
„Mit der Kooperation schaffen wir eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und konkreten industriellen Bedarfen“, sagte Kurczyk laut Mitteilung. „Gerade bei Dual-Use-Technologien und kritischen Infrastrukturen braucht es verlässliche Partnerschaften. Ziel ist es, Forschung schnell in anwendbare Lösungen zu überführen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.“
Mit rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt das Fraunhofer FKIE mit Hauptsitz in Wachtberg und weiteren Standorten in Bonn, Aachen und Leipzig nach eigenen Angaben zu den führenden Instituten für Verteidigungsforschung in Deutschland. Thematisch richtet sich sein Fokus auf die Gebiete »Software Defined Defence« und »Landbasierte Operationen«, und hier insbesondere auf Kommunikationssysteme, Informationstechnik für Führungssysteme (C2), Cyber Analysis & Defense sowie Mensch-Maschine-Systeme und Systemergonomie. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Transformation der Industrie hin zu Verteidigung und Sicherheit.
Das im September 2025 gegründete MISI versteht sich als Markt- und Netzwerkplattform für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft. Es bündelt Angebot und Nachfrage – Unternehmen und Forschung einerseits sowie Beschaffer, Betreiber, Behörden andererseits – und ebnet Wege in Märkte und Projekte. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken, Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen und Mitteldeutschland stärker in deutsche und europäische Verteidigungsprozesse einzubinden.
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