Nach seiner Gründung im September geht das Mitteldeutsche Institut für Sicherheitsindustrie (MISI) nun in die Umsetzung. Wie es in einer Mitteilung des Instituts heißt, markierte eine hochrangig besetzte Gründungsveranstaltung am 27. November, bei der rund 110 Vertreterinnen und Vertreter aus Bundeswehr, Forschung, Industrie und Politik in Leipzig diskutierten, welche Rolle Mitteldeutschlands Unternehmen in der sicherheitspolitischen Zeitenwende übernehmen können, den operativen Start. Die Konferenz wurde gemeinsam mit SACHSENMETALL, dem Unternehmensverband der Metall- und Elektroindustrie Sachsen organisiert.
Ziel des MISI ist es, Mitteldeutschland als leistungsfähigen Standort der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft sichtbar zu machen – national und europäisch. Die Region solle künftig stärker auf der Karte der deutschen und europäischen Verteidigungswirtschaft erscheinen, heißt es in der Mitteilung. Gleichzeitig wolle das Institut regionale Wertschöpfung erhöhen und Unternehmen den Marktzugang erleichtern. Schon bis Ende dieses Jahres will das MISI zahlreiche Zulieferer, technologieorientierte Mittelständler, Verbände und Forschungseinrichtungen unter einem gemeinsamen institutionellen Dach bündeln.
„Die Zeitenwende bedeutet nicht nur höhere Verteidigungsbudgets – sie verlangt vor allem neue industrielle Antworten“, sagt Jens Lehmann, Mitglied des Deutschen Bundestages und Initiator des MISI. „Mitteldeutschland bringt genau die richtigen Stärken mit: Maschinenbau, Mikroelektronik, Sensorik, Software und eine starke Forschungslandschaft. Unsere Unternehmen sind flexibel, innovationsstark und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Damit kann die Region einen substanziellen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas leisten.“
Das MISI versteht sich als zentrale Plattform der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft in Mitteldeutschland. Im Fokus stehen transparente Beschaffungswege, Technologietransfer, Dual-Use-Potenziale, regionale Zulieferketten und die Unterstützung von Unternehmensansiedlungen. Als Leitprinzip verfolgt das Institut den Ansatz von „Sustainable Defence“: Darunter versteht man die Verbindung von Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Resilienz als Antwort auf Modernisierungsrückstände und gestiegenen Sicherheitsanforderungen.
„Mit dem heutigen Tag beginnt die eigentliche Arbeit des Instituts“, so Generalmajor a.D. Markus Kurczyk, Vorsitzender des MISI. Er betont zudem die Rolle regionaler Cluster: „Verteidigungsfähigkeit ist eine Bundesaufgabe, aber sie entsteht regional vor Ort. Regionale Cluster und Netzwerke, die gemeinsam an Lösungen arbeiten, sind dafür entscheidend.“
Das MISI startet seine Arbeit mit einer Roadmap bis 2027. Geplant sind unter anderem:
- Marktzugang erleichtern: mehr Transparenz über Beschaffungswege und Anforderungen; zielgerichtete Formate, die den Zugang zu Beschaffungsprozessen erleichtern.
- Innovation stärken: Aufbau eines Dual-Use-Innovation-Hubs, der Bundeswehr, Industrie, Start-ups, Hochschulen, Fraunhofer und DLR vernetzt; Anschlussfähigkeit an Cyber Innovation Hub, Cyberagentur, SPRIND sowie EDF, ASAP und Horizon Europe.
- Regionale Wertschöpfung erhöhen: Ausbau regionaler Zulieferketten, Unterstützung von Ansiedlungen, Entwicklung einer Standort- und Industriekarte bis Oktober 2026, Start des „Schaufensters Sicherheitsindustrie“ bis April 2026.
- Vernetzung intensivieren: Foren, Workshops und Matchmaking zwischen Industrie, Wissenschaft und Beschaffungsstellen.
- Branchen-Workshops ab Januar 2026: Elektrische Ausrüstung, Metallerzeugnisse, Drohnen, Landsysteme, Radar/Sensorik, Führungsnetze, Cyberverteidigung, Kryptografie, Simulation, Elektronik, Antriebssysteme und optische Technologien.
Für das Jahr 2026 plant das MISI weitere Fachformate und Unternehmensworkshops.
lah

















