Litauen will seine Streitkräfte modernisieren und plant dazu, neue 6×6-Radpanzer des finnischen Herstellers Patria zu beschaffen. Die Fahrzeuge sollen einen wesentlichen Beitrag zur nationalen Division darstellen, die bis 2030 aufgebaut werden soll. Die Beschaffung sei unerlässlich, um die an die litauischen Streitkräfte gestellten operativen Anforderungen zu erfüllen, schreibt das litauische Verteidigungsministerium
Die 6×6-Radpanzer werden die bisher eingesetzten gepanzerten Transporter des Typs M113 ersetzen und sollen unter anderem für Führung, Sanität, Feuerunterstützung, Pionierwesen, Informationsübertragung, Aufklärung sowie ABC-Abwehr eingesetzt werden.
Zu den wichtigsten Kriterien für die Auswahl der Plattform zählen laut Ministerium die Erfüllung der NATO-Anforderungen und die Interoperabilität mit Partnern, die Produktionszeit, der Preis sowie Möglichkeiten der industriellen Zusammenarbeit. Letzteres werde sicherstellen, dass ein Teil der für die Beschaffung vorgesehenen Mittel in der litauischen Wirtschaft verbleibt. Der Vertrag mit dem ausgewählten Hersteller soll den Angaben zufolge 2027 unterzeichnet werden, und die Mittel für die Radpanzer sind bis 2036 eingeplant.
Patria sei bereit, Litauens Pläne zur Anschaffung moderner 6×6-Schützenpanzer im Rahmen seiner möglichen Beteiligung am Programm „Common Armoured Vehicle System“ (CAVS) zu unterstütze, schreibt das finnische Unternemen. Im Rahmen dieses multinationalen Programms könne Patria eine Lösung anbieten, die bewährte Fahrzeugleistung mit langfristigen industriellen und operativen Vorteilen für Litauen verbinde und gemeinsame Innovationen sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung zusammen mit Partnern ermögliche.
Technologietransfer sei ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells von Patria, bei dem das Know-how in der Herstellung gepanzerter Fahrzeuge an lokale Partner weitergegeben werde. Das CAVS-Programm basiert laut Mitteilung auf der Nutzung der Stärken der jeweiligen nationalen Industrie und einer engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Ländern.
Das CAVS-Programm wurde 2020 im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Finnland und Lettland ins Leben gerufen und zielt darauf ab, ein gemeinsames, modernes 6×6-Panzerfahrzeugsystem auf Basis des 6×6-Fahrzeugs von Patria zu liefern. An dem Programm beteiligen sich derzeit Finnland, Lettland, Schweden, Dänemark, Norwegen, Deutschland und das Vereinigte Königreich. Die Auslieferungen erfolgten in Finnland, Schweden, Lettland, Dänemark und Deutschland, wobei die Fahrzeuge auch in der Ukraine im Einsatz sind.
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