Der Sensorspezialist Hensoldt hat heute mit der Software-Suite MDOcore eine neue Lösung für die dimensionsübergreifende Fusion und Analyse von Sensor- und Waffensystemdaten präsentiert. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt, kann die Software sowohl für Anwendungen an Land, in der Luft und See bis in den Cyber- und Weltraum eingesetzt werden.
Als digitales Fundament für Multi-Domain-Operationen (MDO) ermögliche MDOcore erstmals die durchgängige, dimensionsübergreifende Integration sensor- und wirkungsbasierter Systeme, schreibt Hensoldt. Dadurch werden dem Unternehmen zufolge Entscheidungsprozesse im Einsatz beschleunigt und die Zeit von der Aufklärung bis zur Wirkung signifikant verkürzt – vom Sensornetz zum Effektornetz.
„Daten sind auf dem Gefechtsfeld so wichtig wie Munition“, sagt Hensoldt-CEO Oliver Dörre laut Mitteilung. „Mit MDOcore schaffen wir eine Schlüsselfähigkeit zur vernetzten Datenfusion und Analyse – unabhängig von nicht-europäischen Plattformen. So sichern wir die Hoheit über eigene Einsatzdaten und leisten einen entscheidenden Beitrag zur technologischen Souveränität.“
Die Software-Suite wurde den Angaben zufolge auf Grundlage aktueller Einsatzerfahrungen entwickelt und folgt den Prinzipien einer software-zentrierten Verteidigung. MDOcore kann Softwaremodule im laufenden Betrieb aktualisieren oder erweitern – etwa, wenn neue Bedrohungen erkannt werden. So lassen sich laut Hersteller Anpassungen schnell umsetzen, bis hin zu kurzfristigen Updates im Einsatz. Das System unterstütz damit eine agile Fähigkeitsentwicklung, wie sie militärische Szenarien erfordern. Ein erster funktionsfähiger Prototyp mit Multi-Domain-Datenfusion und KI-gestützter Auswertung wurde den Angaben zufolge bereits erfolgreich getestet.
In seiner Funktionsweise agiert MDOcore als „Universalübersetzer“ innerhalb komplexer Verteidigungsnetzwerke, wie Hensoldt in der Mitteilung schreibt. Die Software-Suite ermögliche, dass unterschiedliche Systeme – etwa ein deutsches Radar, eine französische Flugabwehrbatterie und ein amerikanisches Führungs- oder Waffeneinsatzsystem – nahtlos miteinander kommunizieren und Daten in Echtzeit austauschen.
Durch die offene, modulare Systemarchitektur sei MDOcore kompatibel mit Referenzarchitekturen modernster Verteidigungsprogramme und nutze dabei etablierte Softwarestandards. Dadurch bleibe das System flexibel, skalierbar und verhindere Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern.
Die Bedienung von MDOcore ist laut Hersteller intuitiv gestaltet: Nutzer können per Spracheingabe oder Textbefehl mit dem sensorgestützten Netzwerk interagieren. Das System liefert demnach präzise, kontextbezogene Informationen, die weit über ein klassisches Lagebild hinausgehen. Die Architektur sei auf Cloud-Integration, Schwarmoperationen und perspektivisch auch Quanten-Computing vorbereitet.
Sven Heursch, Head of Software-Defined Defence & Digitalisation bei Hensoldt, wird mit den Worten zitiert: „MDOcore ist mehr als eine Software-Suite – es ist das Fundament einer neuen Denkweise in der Verteidigungstechnologie. Durch die Entkopplung von Hardware, Software, Daten und Algorithmen schaffen wir eine modulare Architektur, die interoperabel, skalierbar und zukunftssicher ist. So entsteht eine souveräne europäische Verteidigungsinfrastruktur bei gleichzeitiger Stärkung langfristiger Systemfähigkeit.“
Mit MDOcore will Hensoldt nach eigenen Angaben den nächsten Technologiesprung vollziehen: vom Sensoranbieter hin zu einem Anbieter echtzeitfähiger, datenzentrierter Verteidigungsarchitekturen.
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