Die schwedischen Streitkräfte beschaffen mobile Drohnenabwehrlösungen auf Basis von 30mm- und 40mm-Kanonen mit der Bezeichnung „Gute II“, die 2027 und 2028 der Truppe zulaufen sollen. Dies geht aus einer heute veröffentlichten Mitteilung der schwedischen Rüstungsbeschaffungsbehörde FMV hervor.
Wie die Behörde schreibt, beläuft sich das Gute-II-Auftragsvolumen auf insgesamt 8,7 Milliarden Kronen, was umgerechnet rund 800 Millionen Euro entspricht.
Gute II basiert auf der 2025 entwickelten Drohnenabwehrfähigkeit Gute I, die in enger Zusammenarbeit zwischen der schwedischen Industrie, der FMV und den schwedischen Streitkräften entwickelt wurde. Wie die FMV erklärt, wurde bei Gute II nun eine neue Systemkette entwickelt, die Basis bestehender Ausrüstungssysteme beruht und sich auf Erkenntnisse aus dem Krieg in der Ukraine stützt. Das System umfasst ein gemeinsames Führungs- und Feuerleitsystem, sowohl aktive als auch passive Sensoren, elektronische Kampfsysteme sowie Waffensysteme, bestehend aus 30mm- und 40mm-Kanonen.
„Dies ist ein einzigartiges Konzept, das wir nun durch Serienaufträge ausweiten. Die Teilsysteme sind bereits bei den Streitkräften im Einsatz, sie sind vollautomatisch und relativ einfach zu bedienen. Sie bieten die Fähigkeit, Drohnen schnell und synchronisiert zu bekämpfen, was auf dem heutigen Gefechtsfeld von entscheidender Bedeutung ist“, wird Jonas Lotsne, Leiter des Bereichs Heeresausrüstung der FMV, in der Mitteilung zitiert.
Konkret handelt es sich bei den kinetischen Komponenten von Gute II um:
- Das Drohnenabwehrsystem Tridon Mk2 von BAE Systems Bofors, ein Drohnenabwehrsystem mit einer 40-mm-Flugabwehrkanone, montiert auf einem Lkw. Tridon Mk2 basiert Herstellerangaben zufolge auf der Kanone vom Typ Bofors 40 Mk4 im Kaliber 40 x 365 mm und ist in der Lage die programmierbare Bofors-3P-Munition zu verschießen, die eine effektive Reichweite von rund 12 km haben soll. Die 3P (Pre-fragmented, Programmable, Proximity-fused) Munition erlaubt zudem auch die Bekämpfung von leicht geschützten und ungeschützte Bodenzielen. Die Programmierung erfolgt automatisch und wird auf Grundlage der von der Feuerleitsoftware übermittelten Daten durchgeführt. Insgesamt stehen je nach Zielart bis zu sechs verschiedene Modi zur Verfügung. Durch einen Annäherungszünder und eine aus 3.000 Wolframsplittern bestehenden, vorfragmentierte Wirkladung ist dem Hersteller zufolge vornehmlich die Wirkung gegen Drohnen überaus effektiv. Detektion, Zielverfolgung und Feuerleitung wird mit dem integrierten Sensorpaket und dem On-Board-Feuerleitrechner abgebildet. Diese generieren sämtliche Daten für die in einem ferngesteuerten Turm untergebrachte Maschinenkanone, welche auf einem LKW lafettiert ist.
- Das zweite System nutzt die Saab-Waffenstation Trackfire mit einer 30-mm-Kanone im Kaliber 30 x 113 mm und dem Führungssystem sowie passiven und aktiven Sensoren, darunter das Giraffe-1X-Radar. Wobei Radar und Waffenstation auf unterschiedlichen Fahrzeugen integriert sind. Die Mobilität des kleineren Systems wird mittels geschützten 4×4-Fahrzeugen des finnischen Herstellers SISU sichergestellt. Zudem verfügt Gute II über ein elektronisches Kampfführungssystem mit elektronischen Gegenmaßnahmen.
Die Teilsysteme sollen der FMV zufolge je nach aktueller Bedrohungslage und dem zu schützenden Objekt kombiniert und zusammengestellt werden können. Es ist beabsichtigt, mit Gute II sowohl zivile als auch militärische Ziele zu schützen.
Waldemar Geiger

















