Am Wolgaster NVL-Standort Peene-Werft ist heute – damit mehrere Monate früher als geplant – die Kiellegung des zweiten Flottendienstbootes der Klasse 424 erfolgt. Dies geht aus einer heutigen Mitteilung von NVL hervor. Die Kiellegung gilt traditionell als symbolischer Start in den eigentlichen Schiffbau.
„Der Baufortschritt des hochmodernen Aufklärungsschiffes liegt mehrere Monate vor dem ursprünglich angesetzten Zeitplan und markiert damit einen bedeutenden Meilenstein im Gesamtprojekt. Auch der Bau des ersten Schwesterschiffs liegt im Plan und unterstreicht die professionelle Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sowie unsere hohe industrielle Leistungsfähigkeit“, wird Tim Wagner, CEO der NVL, in der Mitteilung zitiert.
Auch Flottillenadmiral Czerwinski, Abteilungsleiter See im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), begrüßte den frühere Kiellegung. „Ich freue mich ganz außerordentlich, dass es uns gemeinsam mit dem Auftragnehmer gelungen ist, diesen wichtigen Meilenstein im Projekt sogar vor dem eigentlichen Zeitplan zu erreichen. Hier zeigt sich, dass alle Seiten verstanden haben, dass Zeit höchste Priorität hat“, erklärte der Admiral.
Die insgesamt drei neuen Flottendienstboote werden künftig die Einheiten der OSTE-Klasse ersetzen. Die rund 130 Meter langen Flottendienstboote der Klasse 424 werden NVL zufolge ab 2029 der Marine zur Verfügung stehen und die aktuellen Boote der OSTE-Klasse ersetzen, die bereits seit über 30 Jahren im Einsatz sind. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte im Sommer 2023 bis zu 3,26 Milliarden Euro für die Beschaffung von drei Booten gebilligt. Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hatte die NVL bereits im Jahr 2021 mit dem Entwurf und 2023 mit dem Bau der neuen Aufklärungsschiffe beauftragt.
Die Flottendienstboote der Klasse 424 sollen der Bundeswehr als Aufklärungsplattformen zur seegestützten Informationsgewinnung dienen und sind mit modernster Sensorik ausgerüstet. Flottendienstboote sind dank ihrer zahlreicher Aufklärungsfähigkeiten im elektromagnetischen Spektrum strategische Hochwertinstrumente. Für den Betrieb und den nautischen Einsatz der unbewaffneten Boote ist der zuständig. Die Bedienung der Aufklärungssensorik erfolgt durch ein aus Spezialisten für Fernmelde- und Elektronische Aufklärung bestehendes Bordeinsatzteam aus der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum (CIR).
„Die drei Flottendienstboote der Klasse 424 stellen einen essentiellen Baustein für die Auftragserfüllung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum dar, das heißt für Aufklärung im elektromagnetischen Spektrum. Mit dem heutigen Tag gehen wir hierzu einen ganz wesentlichen Schritt nach vorne“, kommentierte Generalmajor Setzer, Stellvertretender Inspekteur des Cyber- und Informationsraums, die Kiellegung des Bootes.
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