Airbus-Beschäftigte, Geschäftsführung und Politik fordern Neuaufstellung von FCAS

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Die Beschäftigten von Airbus in Manching fürchten mittelfristig um ihre Jobs, weil das milliardenschwere Future Combat Air System (FCAS) an Streitigkeiten zwischen Frankreich und Deutschland zu scheitern droht. Sie fordern die Politik und die beteiligten Unternehmen deshalb auf, das gesamte Projekt auf neue Füße zu stellen, um so auch die Arbeitsplätze vor Ort zu sichern, wie aus einer aktuellen Mitteilung des Airbus-Gesamtbetriebsrates hervorgeht.

Bei einer Kundgebung heute am Standort Manching unterstrichen demnach knapp 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Forderung unter dem Motto „FCAS – aber besser!“. Die Veranstaltung am größten Standort der militärischen Luftfahrtindustrie in Deutschland sei der Höhepunkt des gleichnamigen Aktionstages, ausgerufen von der IG Metall gemeinsam mit dem Bundsverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), schreibt der Betriebsrat. Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter betonten den Angaben zufolge gemeinsam die Dringlichkeit einer Entscheidung der Bundesregierung.

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Thomas Pretzl, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Airbus Defence and Space, rief Bundeskanzler Friedrich Merz auf, „das Drama mit Dassault“ endlich zu beenden. Nach Informationen von hartpunkt will Dassault entgegen den ursprünglichen Vereinbarungen einen überproportional großen Anteil am New Generation Fighter des FCAS, was für Airbus nicht akzeptabel ist. Erst gestern hatte der CEO von Dassault Aviation, Éric Trappier, Presseberichten zufolge deutliche Kritik an FCAS geäußert und Airbus eine Blockadehaltung vorgeworfen. Überdies warf der Dassault-Chef Airbus vor, gegen die ursprünglichen Vereinbarungen zu verstoßen und lehnte eine Zwei-Kampfflugzeug-Lösung ab, wie sie der deutsche Betriebsrat und der BDLI vorgeschlagen hatten.  

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Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Pretzl forderte heute dagegen erneut den Startschuss für den Bau eines neuen Kampfflugzeugs für die deutschen Bedürfnisse und wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Die Bundesregierung muss die Lufthoheit über Deutschland gewährleisten. Unabhängig von den Launen der US-Politik, unabhängig von den Launen eines französischen Flugzeugherstellers. Das nennen wir Souveränität. Heute geschieht das durch den Eurofighter morgen durch seinen Nachfolger. Wir stehen bereit!“

Der Leiter der bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien Florian Herrmann, betonte heute bei dem Aktionstag in Manching, dass FCAS sowie ein Kampfflugzeug der 6. Generation zentrale Bausteine der europäischen Verteidigungsfähigkeit seien. „Wir können und wollen dieses europäische Gemeinschaftsprojekt FCAS umsetzen – am liebsten mit unseren Partnern. Unser Ziel bleibt die Entwicklung eines Kampflugzeugs der 6. Generation unter deutscher Federführung. Jetzt kommt es darauf an, den Stillstand zu beenden und die deutsche Industrie umfassend einzubinden“, sagte der CSU-Politiker.

Nach Aussage von Michael Schöllhorn, CEO Airbus Defence and Space, benötigt die Luftwaffe ein FCAS. „Wenn das Projekt aber in Geiselhaft genommen wird, die vereinbarten Regeln einseitig infrage gestellt, die deutsche Industrie und die deutschen Anforderungen nicht berücksichtigt werden, dann können wir unseren industriellen Auftrag nicht erfüllen“, kritisierte er bei dem Aktionstag. Er forderte ein FCAS „mit einer Zwei-Fighter-Lösung, die funktioniert, statt einer Blockade, die unsere industrielle Basis in Deutschland und die künftigen Fähigkeiten für die Luftwaffe gefährdet“.  

Auch die Hauptgeschäftsführerin des BDLI, Marie-Christine von Hahn, machte sich heute erneut für eine Zwei-Fighter-Lösung stark: „Die Lösung, damit FCAS erfolgreich abhebt, sind zwei Kampfflugzeuge. Eines, das den strategischen Interessen Deutschlands dient und eines, das sich an den Anforderungen Frankreichs orientiert.“ Die Bundesregierung müsse jetzt ein klares Startsignal setzten, um gemeinsam mit europäischen Partnern „auf Augenhöhe“ ein Kampfflugzeug der nächsten Generation zu bauen, so von Hahn. Auch Kanzler Merz hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass Frankreich und Deutschland unterschiedliche Anforderungen an ein neues Kampfflugzeug stellen.
lah