Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hat das Bremer Startup-Unternehmen POLARIS Raumflugzeuge damit beauftragt, ein zweistufiges, horizontal startendes und vollständig wiederverwendbares Hyperschall-Forschungsflugzeug in Kampfflugzeuggröße zu bauen. Wie das Unternehmen heute auf der Plattform Linkedin weiter schreibt, wurde das Konzept für HYTEV (Hypersonic Test and Experimentation Vehicle) im Rahmen von Vorarbeiten entwickelt, die 2024 und 2025 ebenfalls im Auftrag des BAAINBw durchgeführt wurden.
POLARIS zufolge handelt es sich bei dem Auftrag um eine absolute Neuheit. „Soweit wir wissen, wurde ein Auftrag für ein vergleichbares System noch nie zuvor an ein Unternehmen in Europa, vielleicht sogar weltweit, vergeben“, heißt es in der Meldung des Unternehmens.
Nach Angaben von POLARIS wird das Hyperschallflugzeug über eine Größe und Startmasse vergleichbar mit einem Kampfjet verfügen. Die Flugbereitschaft des Systems wird für Ende 2027 angestrebt. Die Hauptstufe soll dabei von zwei Turbofans und einem Aerospike-Raketentriebwerk angetrieben werden, während die Oberstufe ausschließlich raketenbetrieben ist. Wie ein Firmensprecher bereits früher auf Nachfrage von hartpunkt erklärte, soll das System bis zu 1.000 Kilogramm schwere Lasten in den Weltraum transportieren können. Alternativ könne das Flugzeug auch für Aufklärungsmissionen in und außerhalb der Atmosphäre eingesetzt werden. Das Konzept basiert darauf, für den Start ein Strahltriebwerk zu nutzen und später ein Aerospike-Raketentriebwerk zu starten, um das Fluggerät auf Hyperschall-Geschwindigkeiten über Mach 5 zu beschleunigen.
Der Hauptzweck des zweistufigen Systems sei die Nutzung als sogenanntes Hypersonic Testbed & experimentelle Plattform für die verteidigungsbezogene sowie wissenschaftliche Forschung. In einer sekundären Funktion könne das Flugzeug als Kleinsatelliten-Träger eingesetzt werden, wenn eine nicht wiederverwendbare Oberstufe verwendet werde.
Waldemar Geiger













