Portugal plant offenbar mit drittem U-Boot aus Deutschland

Lars Hoffmann

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Das portugiesische Verteidigungsministerium beabsichtigt, ein weiteres Unterseeboot aus deutscher Fertigung zu kaufen. So kündigte der portugiesische Verteidigungsminister Nuno Melo am Mittwoch bei einer Pressekonferenz während seines Besuchs bei Verteidigungsminister Boris Pistorius in Berlin in der Übersetzung an, dass Portugal in U-Boote investieren wolle, die in Deutschland hergestellt werden.

Dabei geht es zunächst nur um ein U-Boot. Wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa heute berichtet, hat Melo am Donnerstag im Parlament bei einer Fragerunde zum kommenden Haushalt bekannt gegeben, dass die neue Vorlage für das Militärische Programmgesetz (Lei de Programação Militar, LPM) die Beschaffung eines dritten U-Boots für die Marine vorsehen werde.

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Bereits im September hatte der Chef des Marinegeneralstabs, Admiral Nobre de Sousa, in einem Interview mit Lusa den Wunsch geäußert, ein weiteres U-Boot in den Gesetzentwurf aufzunehmen. Weitere Details zur U-Boot-Beschaffung oder zum geplanten Modell wurden nicht kommuniziert. Der deutsche U-Boot-Bauer TKMS teilte auf Nachfrage mit, dass ihm keine Informationen zu einer Beschaffung vorlägen.

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Derzeit hat die portugiesische Marine zwei bei TKMS gebaute Boote des Typs 214 – auch als Tridente-Klasse bezeichnet – im Einsatz. Sowohl die NRP Tridente als auch die NRP Arpão wurden 2010 in Dienst gestellt. Die Portugiesen gelten als versierte und erfahrene U-Boot-Fahrer. So unternahm die NRP Arpão (S161) 2024 einen mehrtägigen Tauchgang unter dem arktischen Eis vor Grönland. Um ein Boot ständig auf See zu haben, werden nach einer alten Faustformel insgesamt drei Boote benötigt. Von den anderen beiden wird eines für die Ausbildung benötigt und eines liegt in der Werft zur Überholung.

Bei seinem Besuch in Berlin diskutierte Melo mit seinem Amtskollegen Pistorius auch über den geplanten Startplatz für Weltraumflüge auf der Azoreninsel Santa Maria. Pistorius bekundete ein deutsches Interesse an einer Beteiligung. Man prüfe, ob beide Länder dort zusammenarbeiten könnten, um die europäische Weltrauminfrastruktur voranzubringen, so der Minister.

Lars Hoffmann