Pistorius wirbt in Kanada für deutsche U-Boote

Lars Hoffmann

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Verteidigungsminister Boris Pistorius nutzt seine dritte Reise nach Kanada als Minister, um für die Beschaffung von U-Booten des Typs 212 CD durch die kanadischen Streitkräfte zu werben. Wie er heute am Rande der Rüstungsmesse CANSEC in Ottawa ausführte, haben Norwegen und Deutschland, die zusammen zwölf Boote dieses Typs erwerben wollen, den Kanadiern ein Angebot für eine strategische Partnerschaft im U-Boot-Bereich und darüber hinaus gemacht. Er betonte, dass Deutschland und Norwegen ein großes Interesse an einer Kooperation mit Kanada im Nordatlantik und in der Arktis haben.

Kanada beabsichtigt, bis zu 12 neue konventionelle U-Boote zu beschaffen. Sollten sich die Kanadier für das deutsch-norwegische Angebot entscheiden, könnte mit bis zu 24 Booten die größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte der NATO entstehen, die von vier Werften unterstützt werde, sagte der Minister.

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Er bezeichnete die von TKMS entwickelten U212CD als „großartig“ – es gebe keine damit vergleichbaren konventionellen U-Boote. Die Klasse sei sowohl für die Arktis als auch für die wärmeren Gewässer des Pazifiks geeignet und kaum zu detektieren. Dazu komme ein Außenluft-unabhängiger Antrieb.  

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Pistorius hob das von Deutschland vorgelegt Offset-Paket im Falle eines Zuschlags hervor. Für Kanada bringe die Beteiligung an der Beschaffung handefeste wirtschaftliche Vorteile in Milliardenhöhe, das Bruttolinlandsprodukt könne über die Laufzeit des Vorhabens zusätzlich um über 80 Milliarden kanadische Dollar zulegen, rechnete der Minister vor.

Pistorius zufolge könnte Deutschland seine Partnerschaft mit Kanada etwa in den Bereichen Energie, Seltene Erden, Künstliche Intelligenz sowie Weltraum ausbauen. So plane Deutschland in den kommenden Jahren 35 Milliarden Euro in Weltraum zu investieren, hier gebe es also vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten.

Neben TKMS befindet noch die südkoreanische Firma Hanwha im Rennen um die kanadischen U-Boote. Das Unternehmen wird ebenfalls stark von der eigenen Regierung und Industrie unterstützt. Pistorius rechnet mit einer Entscheidung der kanadischen Regierung bei der U-Boot-Auswahl bis zum nächsten NATO-Gipfel, der im Juli stattfindet.

Lars Hoffmann