Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat in Kooperation mit dem US-Heer die Fähigkeit demonstriert, den Kurs von Artillerieraketen des Typs GMLRS (Guided Multiple Launch Rocket System) im Flug zu verändern. Wie der Konzern in einer aktuellen Mitteilung schreibt, erfolgte die Demonstration im Rahmen von jüngst durchgeführten Tests auf der White Sands Missile Range.
Dabei wurde eine GMLRS-Rakete von einem HIMARS-Raketenartilleriesystem verschossen und erhielt anschließend über die Strigo-Datenverbindung sowie das System „Remote Interceptor Guidance-360“ (RIG-360) neue Zielkoordinaten, um das Ziel während des Fluges anzupassen. Die Rakete traf daraufhin Herstellerangaben zufolge erfolgreich ein sich bewegendes Ziel. Bei der Strigo-Datenverbindung handelt es sich um eine von Lockheed Martin entwickelte HF-Sensor-, Raketen-Datenverbindungs- und Raketensuchkopftechnologie.
„Diese Leistungsdemonstration stellt einen bedeutenden Schritt zur Erweiterung der Fähigkeiten des kampferprobten GMLRS der U.S. Army dar, ohne dass das Raketensystem grundlegend verändert werden muss, indem bestehende Sensoren, Abschussvorrichtungen und Zielsysteme miteinander verbunden werden. Außerdem bietet sie Kommandeuren die Möglichkeit, Anpassungen an vorprogrammierten Angriffen vorzunehmen, und stellt somit eine flexible Feueroption dar, falls sich die Bedingungen auf dem Gefechtsfeld ändern“, schreibt das Unternehmen.
Zudem wird in der Mitteilung darauf verwiesen, dass sich die Integration des Datenverbindungspakets auch in andere Raketen und Lenkflugkörper durchführen lasse. Explizit genannt werden Artillerieraketen des Typs GMLRS ER (erweiterte Reichweite) und die Precision Strike Missile (PrSM).
Die GMLRS-Rakete wurde vor über 20 Jahren entwickelt und wird aktuell in den Varianten M30A2 und M31A2 hergestellt. Die Reichweite liegt bei bis zu 84 km. Die Reichweiten der in der Einführung befindlichen GMLRS ER sowie PrSM sind hingegen deutlich höher. Die GMLRS ER soll Ziele in einer Entfernung von bis zu 150 km präzise bekämpfen können, die Precision Strike Missile – abhängig von der Variante – in einer Entfernung von 500 bis 1.000 km.
Alle drei Raketentypen werden mittels eines Trägheitsnavigationssystems in Verbindung mit einem gegen Störmaßnahmen gehärteten GPS-Navigationssystem ins Ziel geführt. Dabei werden die Zielkoordinaten vor Abschuss der Raketen einprogrammiert. Die Integration eines Datenlinks erlaubt es offenbar, die einprogrammierten Zielkoordinaten mitten im Flug durch neue Koordinaten auszutauschen. Aus der Mitteilung geht jedoch nicht hervor, über welche Distanzen der Datenaustausch erfolgen kann und wie weit die finalen Zieldaten von der ursprünglichen Koordinate abweichen dürfen.
Waldemar Geiger

















