Der neu in Dienst gestellte Zerstörer der U.S. Navy USS Ted Stevens ist mit einem von Raytheon entwickelten SPY-6-Radar in See gestochen. Das System wurde speziell entwickelt, um Schiffe sowohl vor konventionellen als auch vor modernen Bedrohungen zu schützen.
Die USS Ted Stevens ist das dritte Schiff der U.S. Navy, das mit SPY-6 ausgestattet ist – zahlreiche werden folgen. In den kommenden zehn Jahren könnte die Zahl der Schiffe auf 50 oder mehr steigen, wenn weitere mit den USA verbündete Seestreitkräfte die SPY-6-Radarfamilie für ihre Flotten auswählen.
Ein Überblick über die Fähigkeiten von SPY-6 und die Infrastruktur, mit der Raytheon, ein Unternehmen von RTX, die Radarsysteme schnell und in notwendiger Serienzahl für Seestreitkräfte bereitstellen kann.
Vielseitig einsetzbar in einem sich wandelnden Bedrohungsumfeld
Moderne Seestreitkräfte sind mit Bedrohungsszenarien konfrontiert, die ihre Verteidigungssysteme durch die Vielzahl und Vielfalt der Bedrohungen zu überlasten versucht. Ballistische Raketen, Marschflugkörper, unbemannte Luftfahrzeuge und Plattformen zur elektronischen Kampfführung können gleichzeitig und aus unterschiedlichen Richtungen eingesetzt werden. Diese Entwicklung erfordert Sensoren, die über eine höhere Sichtweite verfügen und Bedrohungen schneller erkennen und klassifizieren können.
Die SPY-6-Radarfamilie wurde genau für dieses Umfeld entwickelt.
„Unsere Gegner setzen nicht mehr nur einen Flugkörper auf einmal ein. Sie setzen Hunderte ein und versuchen damit, die Systeme auf unseren Schiffen zu überlasten. Dass wir unseren Marinesoldaten eine Fähigkeit zur Verfügung stellen können, die ihnen hilft, sicher nach Hause zurückzukehren, ist einfach unglaublich.“
John Tobin | Director of Naval Radars | Raytheon
Auf See bewährt und heute einsatzbereit

Die U.S. Navy führt SPY-6 als „Program of Record“ und unterstreicht damit die eigenen langfristigen Investitionen in das System. Die verschiedenen Varianten werden schrittweise in der Flotte eingeführt und sowohl an Land als auch auf See erprobt. Dazu gehören erfolgreiche Schießtests auf dem Zerstörer USS Jack H. Lucas (DDG 125) der Arleigh-Burke-Klasse. Bis 2027 sollen im Rahmen der operativen Erprobung insgesamt 60 Schießtests durchgeführt worden sein.
SPY-6 ist von Grund auf vielseitig konzipiert. Die Radare können potenziell in verschiedene Combat Management Systems integriert werden, darunter Systeme, die bei alliierten Seestreitkräften bereits im Einsatz sind. Je mehr SPY-6-Radare im Einsatz sind, desto besser können sie zusammenwirken, das taktische Lagebild erweitern und Bedrohungen im Anflug gemeinsam verfolgen.
Leistungsfähige Produktion und zuverlässige Lieferung
Raytheon hat eigens für SPY-6 eine Produktionsinfrastruktur mit vollständig automatisierten und vertikal integrierten Anlagen aufgebaut, die sämtliche Schritte von der Fertigung über die Montage bis zur Testung abdecken.
Mit seinen drei Geschäftsbereichen arbeitet RTX eng mit der deutschen Industrie zusammen, um die Bündnisverteidigung zu stärken. Die Grundlagen dafür sind die industrielle Präsenz an Standorten in ganz Deutschland, die Unterstützung der NATO-Interoperabilität und das langfristige Engagement für die Weiterentwicklung militärischer Fähigkeiten. Mit technischer Expertise, 2.500 Beschäftigten an 13 deutschen Standorten und einem Netzwerk von mehr als 2.200 deutschen Zulieferern trägt RTX dazu bei, eine innovative und widerstandsfähige industrielle Basis vor Ort zu stärken und zu sichern.
SPY-6 befindet sich bereits in Serienproduktion. Bis 2028 soll die Produktionsrate verdoppelt werden. Das langfristige Engagement der U.S. Navy für SPY-6 schafft auch für Verbündete die Voraussetzungen für kontinuierliche Upgrades, gemeinsam nutzbare Testdaten sowie Unterstützung bei Ausbildung, Logistik und Ersatzteilversorgung. Die jährlichen Beschaffungen tragen dazu bei, die Lebenszykluskosten zu senken und die Systeme auf Grundlage etablierter Produktionsabläufe schneller bereitzustellen.
„Unsere Investitionen in die Automatisierung ermöglichen es uns, hohe Stückzahlen zu produzieren“, sagt Jason Rathbone, Executive Director of Naval Radars bei Raytheon. „Das senkt die Kosten dieser Produkte und verbessert gleichzeitig Qualität und Zuverlässigkeit. Vor allem aber können wir unsere Produktionskapazitäten sehr einfach skalieren.“
Skalierbar und softwaredefiniert
Alle Varianten der SPY-6-Familie haben eines gemeinsam: Sie bestehen aus modularen Bausteinen, den sogenannten Radar Modular Assemblies (RMA).
Damit lässt sich SPY-6 für unterschiedliche Konfigurationen skalieren und an verschiedene Schiffsgrößen, Schiffsklassen und Einsatzanforderungen anpassen. Gleichzeitig profitieren die Systeme von einer gemeinsamen technischen Basis, etwa bei Ausbildung, Wartung und langfristiger Einsatzunterstützung. Das flexible Design ermöglicht sowohl die Integration in neue Schiffe als auch die Nachrüstung von Schiffen bereits im Einsatz.
Ein wesentlicher Teil der Leistungsfähigkeit von SPY-6 basiert auf Software. Das System kann daher schnell weiterentwickelt und an neue Bedrohungen angepasst werden, ohne dass dafür die gesamte Hardware ausgetauscht werden muss.
„Wir stehen erst am Anfang der Leistungsfähigkeit von SPY-6“, sagt Jen Gauthier, Vice President of Naval Systems & Sustainment bei Raytheon. „Das System verfügt über die notwendigen Fähigkeiten, um den Bedrohungen von heute zu begegnen, und ist als Plattform der kontinuierlichen Weiterentwicklung konzipiert, um auch auf die Bedrohungen von morgen reagieren zu können.“













