Das internationale HYDEF-Konsortium hat am 22. Oktober die erste Entwicklungsphase eines europäischen Flugkörpers zur Abwehr hypersonischer Bedrohungen offiziell abgeschlossen. Dies sei im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in den Räumlichkeiten des spanischen Zentrums für nationale Verteidigungsstudien (CESEDEN) geschehen, schreibt Diehl in einer Mitteilung. Das deutsche Unternehmen hat zusammen mit der spanischen SMS die Führung des Projekts.
Nach der Auswahl des Konzepts im August 2025 und der Genehmigung der vorläufigen Systemanforderungen im August 2026, mit der die technische Entwicklungsphase abgeschlossen wurde, stellte das HYDEF-Konsortium der europäischen Rüstungsagentur OCCAR sowie den Vertretern der teilnehmenden Staaten (Spanien, Deutschland, Polen, Belgien und Norwegen) die wesentlichen Ergebnisse aus den drei Projektjahren vor.
Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, wurde das ursprüngliche HYDEF-Konsortium außerdem um neue Mitglieder erweitert, um die Fortsetzung des Projekts zu unterstützen. Damit umfasst das Konsortium nun insgesamt 41 Beteiligte aus 16 europäischen Ländern.
Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Phase bekräftigte das HYDEF2-Konsortium mit seiner breiten Vertretung industrieller Kompetenzen und Fähigkeiten seinen Anspruch und seine Bereitschaft, diese entscheidende Fähigkeit für Europa bereitzustellen, so Diehl.
Dem Vernehmen nach hat das Konsortium ein Angebot für die Folgeausschreibung des Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) mit der Bezeichnung „EATMI 2“ fristgerecht im September abgegeben. MBDA France, bisher mit der Leitung des konkurrierenden Projekts HYDIS betraut, hat nach eigenen Angaben das Konsortium HYDIS2dp zusammengestellt, das sich ebenfalls für die Folgeausschreibung bewirbt. Es umfasst den MBDA-Angaben zufolge bis zu 28 Partner und 20 Unterauftragnehmer aus 18 Ländern und wird von sieben Ländern finanziell unterstützt. Fachkreise erwarten schon in Kürze eine Auswahlentscheidung darüber, welches Konsortium die Arbeit fortführen soll.
Zu den wichtigsten Erfolgen des HYDEF-Konsortiums zählte den Angaben zufolge der hohe technische Reifegrad, der in sämtlichen Teilsystemen erreicht worden sei und die ursprünglichen Zielvorgaben übertroffen habe. Diese Leistung unterstreiche das Engagement und die Fähigkeiten des HYDEF-Konsortiums und schaffe die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortsetzung des Entwicklungsprogramms, teilte Diehl mit.
Darüber hinaus wurde der hohe Grad der Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten hervorgehoben. Diese Kooperation habe auch eine industrielle Grundlage geschaffen, deren Wirkung weit über das aktuelle Projekt hinausreichen werde, heißt es in der Mitteilung.
Das Projekt European Hypersonic Defence Interceptor (EU HYDEF) wird im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds von der Europäischen Union sowie von Belgien, Deutschland, Norwegen, Polen und Spanien kofinanziert. Die Europäische Kommission und die teilnehmenden Staaten haben die OCCAR mit der Verwaltung des EU-HYDEF-Projekts beauftragt.
Lars Hoffmann













