FTS zeigt erstmals KSK-Variante des Einsatz- und Gefechtsfahrzeuges TAHR

Waldemar Geiger

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Die Flensburg Technology Systems GmbH (FTS) – ein Joint Venture zwischen der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH und der staatlichen IAI Israel Aerospace Industries/ELTA – hat gestern im Rahmen des 10. KSK-Symposiums Rüstung die erste für die deutschen Spezialkräfte vorgesehene Variante des Einsatz- und Gefechtsfahrzeuges TAHR gezeigt.

Brigadegeneral Andreas Kühne, Kommandeur des Kommando Spezialkräfte (KSK), hat das Fahrzeug in einer feierlichen Übergabe stellvertretend in Empfang genommen, welches im nächsten Jahr in die Einsatzerprobung der Bundeswehr gehen wird. Der Zulauf der Systeme in die Truppe ist für 2028 geplant.

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„Das KSK hat den Auftrag, weltweit und unter allen Bedingungen Spezialkräfteoperationen erfolgreich durchzuführen. Hierfür benötigt das KSK nicht nur eine hohe Mobilität, sondern auch eine Varianz in geeigneten Verbringungsarten je nach Lage, Auftrag und Gelände. Mit TAHR bekommen wir ein Einsatz- und Gefechtsfahrzeug, das luftverladbar und in jedem Gelände einsatzbereit ist. Es ist uns gemeinsam gelungen, dieses für das KSK wichtige Rüstungsprojekt so voranzutreiben, dass das erste Nachweismuster schon innerhalb eines Jahres präsentiert werden kann“, erklärte der KSK-Kommandeur im Rahmen der Übergabe.

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Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hatte im Oktober 2025 mit der FTS einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 200 sogenannten leichten, luftlandefähigen Einsatz-/Gefechtsfahrzeugen (EGF) sowie leichten, luftlandefähigen Unterstützungsfahrzeugen (UstgFzg) geschlossen, 150 davon in der Variante EGF und bis zu 50 in der Variante UstgFzg. In einem ersten Schritt, wie hartpunkt berichtete, wurden gut informierten Kreisen zufolge 40 EGF sowie 14 UstgFzg im Wert von rund 30 Millionen Euro fest beauftragt. Zudem sind ein Sonderwerkzeugsatz sowie Dokumentations- und weitere Dienstleistungen Bestandteil der Festbeauftragung. Die Lieferung weiterer Fahrzeuge und Werkzeugsätze ist als Option vorgesehen.

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um hochmobile, geländegängige, ungeschützte zweiachsige Fahrzeuge der 3,2-Tonnen-Klasse mit offenem Aufbau (Überrollschutzkäfig). „Das Fahrzeugsystem vereint Geländegängigkeit und Vielseitigkeit, um den operativen Anforderungen der Spezialkräfte von Heer, Luftwaffe und Marine gerecht zu werden und schließt die Fähigkeitslücke im Bereich der taktischen Mobilität nach Luftlandung“, schrieb das BAAINBw in einer im Oktober 2025 veröffentlichten Mitteilung, die im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung verschickt wurde. Der Hinweis auf die Spezialkräfte der Marine und Luftwaffe deutet zudem darauf hin, dass die Plattformen auch außerhalb des KSK zum Einsatz kommen werden.

Die EGF-Variante des TAHR bietet platz für drei Kommandosoldaten samt Ausrüstung.
Die EGF-Variante des TAHR bietet platz für drei Kommandosoldaten samt Ausrüstung. (Bild: hartpunkt / Waldemar Geiger)

Das EGF weist drei Sitze auf und verfügt zudem über eine Sekundärlafette mit MG für den Beifahrer und eine Hauptlafette (horizontales Richten elektrisch unterstützt) auf dem Dach zur Einrüstung eines schweren 12,7-mm-Maschinengewehrs, eines MG6 oder einer Granatmaschinenwaffe. Das für den Materialtransport vorgesehene leichte luftlandefähige Unterstützungsfahrzeug wird hingegen über keine Hauptlafette und nur zwei Sitze verfügen.

Realisiert werden die beiden für die deutschen Spezialkräfte vorgesehenen Fahrzeugtypen auf der TAHR-Plattform, die von FTS gemäß den Forderungen der Bundeswehr angepasst wurde. So wird der KSK-TAHR entgegen der ursprünglichen, in den israelischen Streitkräften eingeführten Variante nicht über einen Benzinmotor verfügen, sondern einen 2,8-Liter-Dieselmotor von Cummins in Kombination mit einem 8-Gang-Automatikgetriebe von ZF. Ergänzt wird die Ausstattung der deutschen TAHR mit einem auf die Ansprüche des KSK angepassten Rüstsatz zur Aufnahme der missionsspezifischen Ausrüstung.

Die Bedienelement des TAHR wurden bewusst analog gestaltet.
Die Bedienelement des TAHR wurden bewusst analog gestaltet. (Bild: hartpunkt / Waldemar Geiger)

FTS gibt an, dass die Maße des TAHR den gleichzeitigen Transport von zwei Fahrzeugen im Inneren einer CH-47 Chinook ermöglichen. Die Herstellung der vollen Gefechtsbereitschaft soll kurze Zeit nach dem Verlassen des Luftfahrzeugs möglich sein.

Die TAHR-Plattform wurde bewusst als eine möglichst „simple“, aber robuste Fahrzeugplattform entwickelt, bei der nur wenige elektronische Bauteile Verwendung finden, was ein einfaches Wartungs- bzw. Reparaturkonzept ermöglicht.

Technische Daten gemäß FTS
Gewichtbis zu 3,4 t, davon 1,8 t Leergewicht
Länge/Höhe/Breite4 m / 1,85 m / 2 m
AntriebTurbodiesel mit 161 Ps
Höchstgeschwindigkeit> 130 km/h
Beschleunigungin < 7,5 sec von 0 auf 100 km/h
Bodenfreiheit38 cm
Wendekreis7,37 m
Steigfähigkeit45 %

Waldemar Geiger