Das polnische Verteidigungsministerium nutzt das europäische Finanzierungsinstrument „Security Action for Europe“ (SAFE) für die Modernisierung der Streitkräfte und schließt mit der polnischen Rüstungsindustrie innerhalb von drei Tagen 62 Verträge für die Beschaffung von Ausrüstung, Munition und unterschiedlichen Waffensystemen im Gesamtwert von etwa 120 Milliarden Złoty, was umgerechnet rund 28,35 Milliarden Euro entspricht. Die Auslieferung der bestellten Systeme, Munition und Ausrüstung erfolgt den Angaben des polnischen Verteidigungsministeriums zufolge bis 2030.
Das Programm „Security Action for Europe“ (SAFE) gilt als zentrales europäisches Finanzierungsinstrument zur Stärkung nationaler und europäischer Verteidigungsfähigkeiten. Polen ist dabei der größte Empfänger der Mittel und erhält nach Regierungsangaben rund 43,7 Milliarden Euro für Modernisierungsvorhaben der Streitkräfte und des Sicherheitssektors.
Mit fast 60 Milliarden Złoty, umgerechnet rund 14 Milliarden Euro, entfällt rund die Hälfte der Summe auf nur sechs Verträge, die am 30. Mai unterzeichnet wurden. Beschafft werden 146 Schützenpanzer vom Typ Borsuk, 96 155mm-Panzerhaubitzen vom Typ Krab, 64 120mm-Mörserkampfsysteme vom Typ Rak auf der Rosomak-KTO-8×8-Plattform, 1.000 Homar-K-Munitions-, Führungs- und Kommunikationsfahrzeuge für die Raketenartillerie sowie Hunderte von zugehörigen Ausrüstungsgegenständen für die K9PL-Haubitzen und Führungsfahrzeuge auf der 4×4-Plattform Waran.
In mehreren weiteren Verträgen wurden unterschiedliche weitere Gefechtsfahrzeuge (bspw. Sanitäts-Radpanzer Rosomak), Waffensysteme (bspw. Minenwerfersysteme), Ausrüstung (bspw. Fahrzeuge für Luftverteidigungssysteme oder Satelittenterminals, Gefechtshelme und Schutzwesten), Munition (bspw. 155mm-Artilleriegranaten) beschafft.
Darüber hinaus wurden rund 2,7 Milliarden Euro in die Fähigkeit der Drohnenkriegsführung investiert. Dazu wurden bereits am 28. Mai mehrere Verträge mit der WB Group, beziehungsweise deren Tochterunternehmen WB Electronics S.A., einem nationalen Anbieter für unbemannte Luftfahrzeuge (UAS), unterzeichnet. Nach Angaben des polnischen Verteidigungsministeriums sollen bis 2030 unter anderem zwölf Batterien des Aufklärungs- und Angriffssystems GLADIUS – bestehend aus FT-5-Aufklärungsdrohnen sowie Startrampen, Führungs-, Munitions- und Wartungsfahrzeugen und einer Reserve an GLADIUS-Angriffsdrohnen im Wert von 9,3 Milliarden Złoty, umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro, geliefert werden. Darüber hinaus wurden 400 Sätze der WARMATE-Loitering-Munition – pro Satz sind 10 Strike-Drohnen und ein Steuerungsmodul enthalten – und 190 FlyEye-Aufklärungsdrohnen beschafft, die ebenfalls bis 2030 ausgeliefert werden sollen. Die Kosten für die Loitering Munition wurden mit rund einer Milliarden Złoty, umgerechnet rund 236 Millionen Euro, die für die FlyEye-Aufklärungsdrohnen mit 1,3 Milliarden Złoty, umgerechnet rund 307 Millionen Euro.
Waldemar Geiger


















